Baustoff-Investitionen in Schlüsselbranche erzeugen Mehrfachnutzen
Fachhandel erwartet klares Zeichen "pro Bau"

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel begrüßt das geplante Konjunkturprogramm für Deutschland. Die Branche appelliert dabei an die Bundesregierung, insbesondere die Förderung klimaschonender Neubau- und Sanierungsmaßnahmen zu forcieren. Außerdem sollte der Handwerkerbonus für private Haushalte deutlich erhöht werden. Wenn private Bauherren und Hausbesitzer von entsprechenden Maßnahmen profitieren, bringt das die angestrebten Effekte für Investitionsbereitschaft, Beschäftigungssicherung und Binnennachfrage.

"Wir unterstützen die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur. Notwendig sind dabei aber vor allem Wachstumsimpulse in Schlüsselbranchen", sagt Max Schierer, Präsident des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel e. V. (BDB), Landsberg. "Der Bau bietet sich hierfür wie kein zweiter Wirtschaftszweig an, denn er ist als Konjunkturmotor besonders attraktiv." Private Bauherren und Hausbesitzer müssten bei klimaschonenden Neubauten und der energetischen Sanierung vorhandener Gebäude optimal unterstützt werden. "Die Förderung in diesem Feld muss massiv aufgestockt werden", fordert Schierer. Andernfalls blieben Investitionen aus. Denn kein privater Eigentümer, der um seinen Arbeitsplatz fürchte, werde ohne zusätzliche Anreize in energiesparende Gebäudetechnik investieren. "Der Wohnungsbau ist in den vergangenen Jahren durch Fehlentscheidungen massiv eingebrochen. Jetzt bietet sich der Politik die Chance, gegenzusteuern und angesichts der eingetrübten Wachstumsaussichten mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen", betont Schierer.

Zusätzliche Aufträge in Milliardenhöhe
Drei Viertel aller Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1978 errichtet und verbrauchen durchschnittlich rund viermal so viel Energie wie Neubauten. Es wird viel mehr Heizöl oder Gas verbraucht und damit CO2 produziert, als eigentlich nötig wäre. Das kostet die Volkswirtschaft Milliarden. Durch energetische Modernisierung lässt sich der Energiehunger älterer Häuser um bis zu 80 Prozent reduzieren. "Es gibt ökonomisch und ökologisch keinen sinnvolleren Weg, Energie zu sparen und CO2 zu vermeiden, als die energetische Optimierung von Gebäuden", so Schierer. Allein der Wohnungsbau könnte durch die Forcierung von Maßnahmen für mehr Energieeffizienz auf eine Mehrleistung von 30 Prozent kommen. "Das entspricht zusätzlichen Aufträgen in Milliardenhöhe pro Jahr. Für den Staat bedeutet dies Steuermehreinnahmen sowie den Erhalt oder sogar die Schaffung von Arbeitsplätzen", erläutert Schierer den volkswirtschaftlichen Nutzen. Zudem könne die Bundesregierung ein klares Zeichen setzen, dass sie es mit dem Klimaschutz ernst meint.

Erhöhung des Handwerkerbonus
"Wir fordern flankierend, dass die Bürger haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen besser von der Steuer absetzen können. Der Abzugshöchstbetrag von derzeit 3.000 Euro muss deutlich aufgestockt, die Abzugsmöglichkeit von 20 auf 25 Prozent erhöht werden. Nur dann lässt sich Schwarzarbeit wirksam eindämmen", so Schierer. Der jetzige Handwerkerbonus habe diesen Effekt noch nicht, er sei durch die Mehrwertsteuererhöhung komplett aufgezehrt worden. "Die Bürger besinnen sich in Zeiten der Finanzkrise wieder auf traditionelle Geldanlagen. Das eigene Haus ist und bleibt die beste Altersvorsorge. Energetisch optimierte Immobilien stellen einen zukunftssicheren Wert dar", betont Schierer. "Wir erwarten deshalb von der Bundesregierung, dass sie mit ihren Konjunkturanreizen ein klares Zeichen 'pro Bau' setzt, denn er ist geeignet, sämtliche Erfordernisse zu erfüllen und bietet damit einen einmaligen Mehrfachnutzen."
Quelle: ots