Mehrere tragische, teils
gerade noch glimpflich ausgegangene Unfälle auf Eisflächen
in den vergangenen Tagen bringen die Feuerwehren dazu, die
Bevölkerung vor den Gefahren der oft dünnen Eisflächen
zu warnen. "Innerhalb von drei bis vier Minuten in rund
drei bis vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln,
der Körper erlahmt, die eingebrochene Person geht unter",
erklärt Ralf Ackermann, Vizepräsident des Deutschen
Feuerwehrverbandes (DFV).
Auch der knackige Frost der letzten Nächte garantiert
nicht, dass die Eisdecke auf Seen oder Flüssen tragfähig
ist. "Betreten Sie nur Flächen, die freigegeben
wurden!", appelliert Ackermann. Besonders Kinder lassen
sich von den glitzernden Eisflächen zu unvorsichtigem
Verhalten verleiten.
Für den sicheren Ausflug sollte man einige Tipps
der Feuerwehren beachten:
Nehmen Sie örtliche Warnhinweise ernst. Auch Kindern
muss man die Gefahren klar machen.
- Vermeiden Sie einsame Ausflüge auf dem Eis - bei einem
Unfall kann es sonst sein, dass niemand Hilfe holen kann.
- Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise
Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten. Wenn
Sie bereits auf dem Eis sind: Flach hinlegen, um das Gewicht
auf eine größere Fläche zu verteilen, zum
Ufer robben (möglichst wenig ruckartige Bewegungen).
- Rufen Sie im Unglücksfall sofort über den Notruf
112 Hilfe bzw. organisieren Sie, dass jemand einen Notruf
absetzt!
- Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer,
verschneiter Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten;
auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich
abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn
sein - hier droht Einbruchgefahr!
Verhalten im Unglücksfall
Wer einbricht, sollte versuchen, sich am Eis festzuhalten
oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man
sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei
schlagen.
- Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung
beachten (Leinen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit
hinaus wagen.
- Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte
dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger)
verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann
man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über
die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen
die Rettung leichter. Hilfreich können auch an Gewässern
aufgehängte Rettungsringe sein.
- Gerettete in warme Decken oder Jacken hüllen, vorsichtig
erwärmen, nicht als "Hausmittel" mit Schnee
abreiben.
- Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen
möglichst warmen Tee reichen.
Quelle: ots |
|