Die Europäische Kommission
hat kürzlich einen Bericht über die digitale Wettbewerbsfähigkeit
Europas veröffentlicht. Der Studie zufolge nutzen 56 Prozent
aller Europäer das Internet regelmäßig, das heißt mindestens
einmal pro Woche. Fast die Hälfte aller Privathaushalte sowie
mehr als 80 Prozent der Unternehmen verbindet sich dabei über
einen Breitbandanschluss mit dem World Wide Web.
Unter den Bürgern der EU ist darüber
hinaus eine hohe Affinität für Mobilfunkdienste
festgestellt worden. Die Union hat mittlerweile mehr Mobilfunknutzer
als Einwohner, dies entspricht einem Verbreitungsgrad von
über 119 Prozent, wird nicht ohne Stolz verkündet.
"Europas digitale
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Digitalisierungsgrad der EU noch nicht zufrieden stellend
(Foto: pixelio.de, Barbara Eckholdt) |
Wirtschaft hat ein gewaltiges Umsatzpotenzial in allen
Wirtschaftssektoren. Damit dieser Vorteil aber tatsächlich
in ein nachhaltiges Wachstum und neue Arbeitsplätze umgesetzt
werden kann, müssen die Regierungen Führungsstärke
zeigen und koordinierte Maßnahmen treffen, um bestehende
Hindernisse für neue Dienste zu beseitigen", erklärt
Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft
und Medien zuständige EU-Kommissarin, in einer Aussendung.
Im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2004 wuchs
der Anteil an regelmäßigen Internetnutzern innerhalb
der EU um etwa ein Drittel. Die aktivsten Internetnutzer
finden sich in der Gruppe der 16- bis 24-Jährigen.
73 Prozent von ihnen nutzen sogenannte fortgeschrittene
Dienste, mit denen sie Inhalte selbst schaffen und online
mit anderen teilen können. Im EU-Durchschnitt nutzen
nur 35 Prozent Dienste dieser Art. Zwei Drittel der Europäer
unter 24 Jahren nutzen das Internet täglich, der EU-Durchschnitt
liegt in dieser Kategorie bei 43 Prozent.
Eine weitere Erkenntnis des Berichts ist, dass junge Menschen
für Online-Inhalte wie Videos oder Musik offenbar nur
ungern zahlen wollen. Gar 33 Prozent sind überhaupt
nicht bereit, etwas zu zahlen. Im EU-Durchschnitt waren
dies nur zirka 17 Prozent. Die jungen Nutzer seien jedoch
zu Zahlungen bereit, sollte dafür ein besserer Service
bzw. bessere Qualität geboten werden. Paradoxerweise
gaben sie überdies mehr Geld für Video- oder Musikangebote
im Web aus als der EU-Durchschnitt.
Trotz der durchaus fortgeschrittenen Digitalisierung in
der EU sieht die Kommission einige Verbesserungspotenziale.
Beispielsweise hat ein Drittel der EU-Bürger noch nie
das Internet benutzt. Die Schlusslichter sind hier Bulgarien,
Rumänien und Griechenland, wo nur zwischen 25 und 31
Prozent der Privathaushalte über einen Internetanschluss
verfügen.
Ernüchternd sind auch die Ergebnisse für grenzüberschreitenden
E-Commerce. Nur sieben Prozent der Verbraucher haben bislang
online in einem anderen Mitgliedstaat eingekauft. Außerdem
hinkt Europa in Bezug auf Investitionen in Forschung und
Entwicklung auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien,
beim Breitbandausbau oder bei den Ausgaben für Online-Werbung
den USA oder Japan noch weit hinterher.
Aus den Studienergebnissen hat die Kommission nun einige
Handlungsmaxime für die Regierungen der einzelnen Staaten
abgeleitet. Ziel der "i2010" genannten Strategie
soll es sein, jedem EU-Bürger Zugang zu einem Breitbandanschluss
zu schaffen und dafür Sorge zu tragen, dass grenzüberschreitende
Geschäfte über das Internet angekurbelt werden.
Darüber hinaus sollten sich die Gesetzgeber Gedanken
darüber machen, wie man sich die kreative Energie der
jungen Internet-User zu Nutze machen könnte und auch
wie man sie gerecht entlohnen könnte.
Quelle: pte |
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