Werbung zu den Kunden zwitschern

Mittelständische US-Unternehmen werben intensiv mit Twitter, Facebook, MySpace und anderen Diensten des Web 2.0. Deutsche Firmen haben bei der digitalen Form der Mund-zu-Mund-Propaganda noch Nachholbedarf.

Etwa 70 Prozent aller US-Unternehmen betreiben nach einem Bericht der "Welt" aktives Internetmarketing in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken. Schätzungen zufolge lägen die Zahlen in Deutschland nur bei knapp 30 Prozent. In den USA hätten neben den großen Konzernen vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten von Twitter für sich entdeckt. So halte zum Beispiel ein Dessertverkäufer auf diesem Weg seine 5400 Abonnenten auf dem Laufenden, welche Sorten er im Angebot hat.

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"Twitter ist ein ideales Marketinginstrument gerade für kleine Unternehmen", sagte Tim Halloran, Dozent für Marketing an der Emory-University in Atlanta, der Welt. Die nämlich gewännen ihre Kunden oft durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Und deren digitale Entsprechung sei nun mal Twitter. Die Macht der sozialen Netzwerke liegt dem Bericht zufolge in ihrer Einfachheit: Ein Kunde trage die Botschaft in sein Netzwerk aus Familie, Freunden, Kollegen; die wiederum in ihr Netzwerk und so weiter. Virales Marketing laute der Fachbegriff dafür.

Die Wirkung dieser Marketingform zu messen, sei allerdings kaum möglich, sagte Tim Halloran der Zeitung. Zudem berge das Gezwitscher auch Risiken. "Die Wirkung kann spektakulär sein, wenn die Botschaft interessant und unterhaltsam ist." Ist das nicht der Fall, verpuffe der Effekt schnell - oder schlage sogar ins Gegenteil einer Negativwerbung um. Außerdem dürften Unternehmer im vernetzten Raum nicht empfindlich sein: Denn neben klugen Ideen, sei auch harsche Kritik in Blogs, Foren und Facebook-Seiten ganz normal.

Quelle: bw