Die richtigen Führungsmitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg einer Firma |
| VON ANSGAR LANGE Wie wichtig Führungsmitarbeiter sind, zeigte sich jüngst beim FC Bayern München. Viele Fußballexperten - und davon gibt es in Deutschland sicher einige Millionen - sehen den Münchener Traditionsverein schon auf dem geraden Weg zur Meisterschaft. Bis sich der Führungsspieler Bastian Schweinsteiger einen Schlüsselbeinbruch zulegte und sich sein Verein in einem Zwischentief befand. Der ehemalige Bayern- Coach Ottmar Hitzfeld erklärte den Zusammenhang von Verletzung und schmerzhaften Niederlagen auf dem grünen Rasen folgendermaßen: "Es gibt Schlüsselspieler, wenn die ausfallen, hat man ein Problem. Schweinsteiger habe sich enorm entwickelt und sei eine große Persönlichkeit. Er ist das Gehirn der Mannschaft. Er kann den Rhythmus drosseln, er kann den Rhythmus erhöhen, er hat einen Torinstinkt, er hat hohe Spielintelligenz." Typen wie Schweinsteiger, noch dazu mit einer schönen Modelfreundin liiert, die derzeit täglich im Adventskalender zu bewundern ist, wünscht sich auch jedes Unternehmen. "Erfolgreiche Personalauswahl auf Führungsebene unterscheidet mittelmäßige Firmen von Top- Unternehmen", sagt Dennis Schoffit, Principal Consultant beim Sindelfinger Personalberatungsunternehmen Centomo. |
| Fehlbesetzungen - vor allem im Top Management - könnten ein Unternehmen hingegen ruinieren. Andreas Bauer, Geschäftsführer des IT-Unternehmens Bauer + Kirch, bestätigt diese Einschätzung. Zweifelsohne könne ein solcher Effekt eintreten. Daher müssten entsprechende Kontrollinstanzen installiert und gelebt werden: "Die beste Kontrolle ist jedoch ein regelmäßiger offener Dialog beziehungsweise Meinungsaustausch. Beratungsresistenz ist für alle Beteiligten auf allen Ebenen ein No-Go." Ganz so drastisch sieht dies Björn Kießwetter, Geschäftsführender Gesellschafter der Vegesta Vertriebsgestaltung in Berlin, nicht. Wenn der Unterbau, die Kontrollgremien und Auswahlverfahren gut und eigenverantwortlich aufgestellt sind: Nein. Man sollte hier die Ursache einer Fehlbesetzung im Auge behalten. Top-Management- Stellen werden oftmals zu schnell und aktionistisch besetzt. Hier passt im Auswahlverfahren die Einschätzung des richtigen Managementlevels nicht zu den leveladäquaten Verhaltensweisen und Arbeitsschwerpunkten. Daraus resultiert eine Fehlentwicklung, die dann über "Vertuschungsmechanismen" zu ruinösem Verhalten führen kann. Welche konkreten Schritte sollte ein Unternehmen machen, um an die besten Mitarbeiter zu gelangen? Schoffit empfiehlt den suchenden Unternehmen, zuerst Themen wie Employer Branding zu bewältigen, um für Aspiranten überhaupt interessant zu sein. Hier sind folgende Fragen zu klären: Wie wirkt unser Unternehmen nach außen? Was zeichnet es aus? Genauso wichtig sind aber auch gewisse Verhaltensregeln für den Arbeitgeber: "Zeigen wir im Vorstellungsgespräch eine positive, freundliche und aufgeschlossene Haltung gegenüber dem Bewerber? Sehen Unternehmen Gespräche als echte Chance an, hier schon den besten potenziellen Mitarbeiter gegenüber zu haben?" |
Direktansprache als effektivste Lösung für Unternehmen |
| Die effektivste Lösung für Unternehmen sieht der Centomo-Mann jedoch in der Direktansprache (Executive Search) eines Headhunters/Personalberaters. Ein solcher Personalberater verschaffe dem Unternehmen den Vorteil, sich gezielt auf von ihm vorgeschlagene drei bis vier passende Kandidaten zu konzentrieren. Bauer sieht den Einsatz von Personalberatern kritischer. Gute "Personalmakler" seien in der Lage, wirklich passende Partner zusammen zu führen. "Sofern ein Mitarbeiter von sich aus nicht komplett wechselwillig ist, sollten die Headhunter nicht allzu forsch sein. Wir würden auf diese Methode auch nur ungern Kollegen verlieren. In der Branche gibt es schwarze Schafe und unfähige Agenturen. |
Verträge sind oft kritisch: |
| "Ein Unternehmen, welches viel Energie in die Mitarbeiterzufriedenheit und in die Entwicklung seiner Mitarbeiter steckt, wird auf den Einsatz von Personalberatern zu Rekrutierungszwecken verzichten", ergänzt Kießwetter. Personalberater seien hingegen besonders wertvoll für den Aufbau solcher Strukturen. Unternehmen, die an die besten Mitarbeiter gelangen wollen, sollten sich darum bemühen, einer der attraktivsten Arbeitgeber der Region zu werden (Stichwort Anziehungskraft), die höchste Mitarbeiterzufriedenheit zu erzielen (Mitarbeiter als Botschafter) und Strukturen für das wertorientierte Management und das wertorientierte Handeln der Mitarbeiter (Mitarbeiter-Identifikation mit den Unternehmenswerten) zu erzielen. Der Bauer + Kirch-Geschäftsführer drückt es folgendermaßen aus: "Zunächst müssen die Grundlagen stimmen. Ein Unternehmen muss inhaltlich und strukturell erfüllen, was die besten Mitarbeiter von einem Arbeitgeber erwarten. |
Quelle: www.wirtschafts-pr-gateway.de |




