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Burnout löst Arbeitsunfall ab

In deutschen Unternehmen treten Burnout und innere Kündigung immer häufiger an die Stelle des klassischen Arbeitsunfalls

Auf diesen Trend wiesen die Experten von DEKRA bei der Vorstellung des Arbeitssicherheitsbarometers 2011 hin. Einem historischen Tiefstand bei Arbeitsunfällen steht ein seit 2007 steigender Krankenstand gegenüber. Nach Zahlen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belastete ein Arbeitsunfähigkeitstag ein Unternehmen im Jahr 2009 im Schnitt mit 163 Euro. Bei 12,8 Ausfalltagen pro Jahr laufen jährlich rund 2.086 Euro Kosten pro Arbeitnehmer auf. Der deutschen Wirtschaft entsteht durch Arbeitsunfähigkeit ein volkswirtschaftlicher Schaden von 43 Mrd. Euro pro Jahr.
Die Zahl der psychischen Erkrankungen nimmt laut AOK dabei kontinuierlich zu und hat sich seit 2004 verzehnfacht. Das treibt die Zahl der Ausfalltage in die Höhe. Bei einer Grippe fehlt ein Beschäftigter im Schnitt 6,5 Tage, bei einer psychischen Erkrankung sind es fast 23 Tage. "Der technische Arbeitsschutz ist rechtlich klar geregelt, gegen ungesunden Stress gibt es aber keine vergleichbaren Gesetze", erklärt Sebastian Bartels, DEKRA Konzernbeauftragter Arbeits- und Gesundheitsschutz. "Die Unternehmen sind hier in der Pflicht, ein System zu installieren, das beispielsweise Fällen von Burnout vorbeugt." Von den über 600 von DEKRA befragten Unternehmen in Deutschland sieht jedes Zweite im Verhalten seiner Belegschaft die Hauptquelle für Gefährdungen, gefolgt von zunehmendem Druck auf die Mitarbeiter und Unkenntnis der Mitarbeiter. Einzelmaßnahmen wie Schulungen und ausgehängte Betriebsanweisungen sind zwar üblich, werden aber selbst vom Management oft für wirkungslos gehalten. Generell unterschätzen Führungskräfte die Unfallrisiken in ihren Unternehmen.
Laut DEKRA installieren vier von fünf Unternehmen Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in erster Linie, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, und nicht, weil es einen wirtschaftlichen Nutzen bedeutet. Dieser Aspekt ist vielen Führungskräften offenbar zu wenig bewusst - trotz der steigenden Zahl psychischer Erkrankungen, dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel.
Eine Schlüsselrolle bei der Optimierung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes spielen laut Bartels die Vorgesetzten.
"Es gilt, die Führungskräfte einzubinden und zu schulen. Wir müssen sie in die Lage versetzen, ihrer Verantwortung auch im Gesundheitsschutz nachzukommen und eine Vorbildfunktion einzunehmen." Das Ziel müsse es sein, eine Gesundheits- und Sicherheitskultur zu etablieren. Dies wirke sich letztlich auch positiv auf die Produktivität aus."
Quelle: www.dekra.de
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