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EU-Gelder fördern Korruption

In Bulgarien wird durch EU-Mittel vor allem die Korruption gefördert. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass drei Viertel aller europaweiten Ausschreibungen mit Hilfe von Bestechung gewonnen werden.
Die Bulgarische Wirtschaftskammer (Bulgarian Industrial Association - BIA) veröffentlichte eine Umfrage, die bestätigt: 75 % aller Ausschreibungen von 2011 waren von Korruption betroffen. "Wer den Kontakt zu Machthabern pflegt, gewinnt die Ausschreibung", erklärte Bozhidar Danev, CEO der BIA dem bulgarischen Nachrichtenportal Novinite. Folglich geht die regierende Partei GERB in der Regel als Gewinner öffentlicher Ausschreibungen hervor. Seit zu den Ausschreibungen auch die Fördertöpfe der EU gehören, hat die Korruption wegen des zur Verfügung stehenden Volumens deutlich zugenommen. Rund 500 Manager aus verschiedenen Bereichen nahmen an der Befragung der BIA teil. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass im Vergleich zum Vorjahr die Zahl des Missbrauchs von 66 % auf 75 % gestiegen ist. Die Finanzspritzen der EU schaffen demnach zusätzlichen Anreiz für Bestechung und unlauteren Wettbewerb. Die befragten Manager gaben zudem an, dass das Maß an Korruption in den Bereichen des Gesundheitswesens, in der Justiz, im Innenministerium und der Verkehrspolizei am höchsten sei. Um Korruption bereits im Keim zu ersticken, bestehe die Notwendigkeit eines öffentlichen Registers aller Sponsoren, sagte der Vorsitzende der BIA-Direktion Sasho Donchev. Damit fordert die BIA, dass zukünftig nicht nur politische Parteien ihre Sponsoren dem National Audit Office offenlegen müssen, sondern eben auch sämtliche Ministerien und Kommunen. Doch die BIA, eine der sechs größten Wirtschaftsverbände des Landes, macht vor allem die Gesetzgebung Bulgariens für den unfairen wirtschaftlichen Wettbewerb verantwortlich. Sie sei nicht nur lückenhaft, sondern geprägt durch administrative Willkür, erklärt Donchev. Ständig würden neue Vorschriften eingeführt, die der Wirtschaft Unsicherheit einimpfen. Seitdem die Mitte-Rechts-Regierung durch die GERB-Partei und Ministerpräsident Boyko Borisov die Führung Bulgariens übernommen hat, wurden 170 Gesetze und 1.600 Verwaltungsakte geändert.
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