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Kommt jetzt noch ein Tunnel?

Plötzlich diskutiert das Dialogforum zur festen Fehmarnbelt-Querung eine Unterquerung des Fehmarnsundes

Überraschung beim zweiten Dialogforum zur festen Fehmarnbelt-Querung: in Oldenburg wurde offen über einen möglichen Bau eines zweiten Tunnels durch den Fehmarnsund gesprochen. Hintergrund ist das Nadelöhr Fehmarnsundbrücke. Fehmarnsundbrücke
Vierspuriger Ausbau ausgeschlossen: Die Fehmarnsundbrücke steht unter Denkmalschutz. Ein Tunnel könnte helfen, die mit dem Bau des Fehmarnbelttunnels anfallenden Verkehrsströme zu bewältigen. Foto: Genoux
41 ist eine Zahl, die für Unruhe sorgen kann. Zum Beispiel beim zweiten Dialogforum zur festen Fehmarnbelt-Querung in Oldenburg. 41 Mal nämlich musste die Fehmarnsundbrücke allein im August 2011 wegen starken Windes für Teile des Verkehrs gesperrt werden. Der schleswig-holsteinische Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr bestätigt auf Nachfrage: 137 Mal war die Brücke im vergangenen Jahr teilgesperrt. Im windreichen 2011 waren es Ende September schon 160 Sperrungen."

Für die Kritiker einer festen Fehmarnbelt-Querung ist das Wasser auf die Mühlen:

Seit Jahren weisen sie darauf hin, dass es keinen Sinn macht, das Verkehrsvolumen zwischen Dänemark und Deutschland mittels Tunnelbau zu erhöhen, wenn nicht gleichzeitig die Hinterlandanbindung in Deutschland mitsamt des Nadelöhrs Fehmarnsundbrücke ausgebaut wird. Der Haken an der Sache: Die altehrwürdige Brücke steht unter Denkmalschutz und kann baulich nicht modifiziert werden. Eben deshalb kommt plötzlich eine Untertunnelung des Fehmarnsundes auf die Tagesordnung. Verkehrs-Staatssekretärin Tamara Zieschang bestätigt, dass das Land im kommenden Jahr im Bundesverkehrswegeplan diesbezüglich entsprechenden Geldbedarf anmelden wird. Konkrete Pläne zu Kosten, Verlauf und Realisierung des Tunnels gebe es noch nicht, heißt es aus dem Ministerium. Die politische Debatte angesichts der Tunnel-Pläne kochte sofort hoch. NABU-Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski bezweifelt, dass es der Landesregierung gelingt, bei einem ohnehin völlig unterfinanzierten Bundesverkehrswegeplan auch nur einen Cent für einen solchen Tunnel zu bekommen. Andreas Tietze, verkehrspolitischer Sprecher der Landtags-Grünen, findet die Idee "absurd und völlig unrealistisch".
Christoph Jessen, Moderator des Dialogforums, nimmt die politische Diskussion zur Kenntnis und möchte sie am liebsten aus dem Landtagswahlkampf heraushalten. Den nächsten Termin hat er deshalb für den 23. Februar 2012 angesetzt. Danach soll sich das Forum erst wieder nach der Wahl am 6. Mai treffen. Beim "Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbelt-Querung" stößt dieses Vorgehen auf Unverständnis. "Warum soll man etwas aus der Diskussion ausblenden, was wichtig ist für die Menschen im Land?", fragt Sprecher Malte Siegert.
Quelle: Kieler Nachrichten
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