| So verlockend preiswert Hypothekendarlehen mit variabler Verzinsung momentan auch sind - die meisten Bauherren dürften ruhiger schlafen, falls sie sich die historisch günstigen Konditionen möglichst lange, am besten ab zehn Jahren aufwärts, sichern. |
Baugeld ist historisch preiswert |
| Auch wenn die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen in jüngster Zeit von etwas mehr als 2 % auf über 3 % gestiegen ist und im Gleichklang auch Hypothekendarlehen entsprechend teurer geworden sind, so gilt nach wie vor: Baugeld ist historisch preiswert. So zahlen derzeit Schuldner, die ihr Eigenheim finanzieren möchten, im Schnitt aller Anbieter gut 3,5 % effektiv bei zehnjähriger Zinsfestschreibung (Stand 1. Dezember 2011). 15 oder gar 20 Jahre Zinsbindung sind jeweils nur einige Zehntel Prozentpunkte und somit unwesentlich teurer. |
| "Man kann Bauherren nach wie vor nur eindringlich empfehlen, sich für eine möglichst lange Zinsfestschreibung zu entscheiden. Das vermeidet schlaflose Nächte, falls Baugeld in den nächsten Jahren - was keinesfalls ausgeschlossen ist - deutlich teurer sein wird als heute", sagt Florian Haas, Vorsitzender der "Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V." in München. |
| Der historische Vergleich ist vielsagend und überzeugend zugleich. So kosten Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung im langfristigen Schnitt rund 7 %. Dies bedeutet: Für einen Baukredit in Höhe von - angenommen - 200.000 Euro zahlt der Schuldner bei diesem Langfristwert im Jahr 14.000 Euro Zinsen. Das sind umgerechnet knapp 1.200 Euro im Monat. Hinzu kommt die Tilgung, die in der Regel 1 % pro Jahr vom Anfangsdarlehen ausmacht. Diese Kreditrückzahlung erhöht die jährliche Belastung um weitere 2.000 Euro, im Monat also mehr als 150 Euro. |
Entschuldung nimmt Fahrt auf |
| "Die aktuellen Finanzierungskonditionen muten demgegenüber fast paradiesisch an", sagt Schutzgemeinschafts- Vorsitzender Haas. Denn bei - konservativ gerechnet - rund 4 % werden bei einem Darlehen von ebenfalls 200.000 Euro zirka 8.000 Euro Zinsen jährlich fällig. Das sind im Monat noch nicht einmal 700 Euro. Rechnet man die Tilgung oben drauf, so entsteht eine monatliche Belastung von deutlich unter 1.000 Euro. "Das verschafft dem Bauherrn, jedenfalls im Vergleich zum historischen Zinsniveau, erheblichen finanziellen Spielraum. Dieser lässt sich, ein solides Familienbudget vorausgesetzt, etwa für eine Erhöhung der Tilgungsquote nutzen", erläutert Florian Haas. Folge: Die Entschuldung bei zum Beispiel 2 oder 3 % Tilgungsquote im Jahr nimmt richtig Fahrt auf. Entsprechend schneller sind die eigenen vier Wände lastenfrei. |
| Doch nicht nur die Kapitalmarktrenditen, gemessen an der Gesamtverzinsung deutscher Staatsanleihen, sind vergleichsweise niedrig und somit Baugeld preiswert, auch die Geldmarktzinsen verharren seit Längerem auf niedrigstem Niveau. Das ist von der Europäischen Zentralbank (EZB) so gewollt. Diese senkte nämlich aufgrund der ab Mitte des Jahres 2008 eskalierenden Finanzkrise ihren Leitzins so weit wie noch nie. "Manche Bauherren denken deshalb darüber nach, statt eines Hypothekendarlehens mit festem Zins eines mit variabler Verzinsung zu vereinbaren“, weiß Florian Haas. |
Euribor liegt derzeit bei knapp über 1 % |
| Der Zinssatz variabler Eigenheim- Kredite orientiert sich am so genannten Euribor. Das ist jener Zinssatz, der für sehr kurzfristige Ausleihungen unter Banken verlangt wird. Dieser Euribor liegt derzeit bei knapp über 1 % (Anfang März). "Falls denn die Kredit gebende Bank oder Sparkasse keine hohen Bearbeitungsgebühren verlangt", warnt Florian Haas. Grundsätzlich abraten von solchen flexibel verzinsten Darlehen mag Florian Haas nicht. Denn "auf Dauer kann der Schuldner im Vergleich zu einem Darlehen mit Zinsfestschreibung eine Menge Geld sparen." Weil sich der europäische Zinssatz Euribor und somit die Konditionen des Kredits vergleichsweise schnell ändern können, sollten Schuldner eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen und die Entwicklungen am Geldmarkt sorgfältig beobachten. |
Quelle: Vau.Zett agentur für presse und Öffentlichkeitsarbeit |




