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Ohne qualitätsvolles Bauen verpuffen energetische Effekte

Aktuelle Gemeinschaftsstudie von Bauherren-Schutzbund e.V. und Institut für Bauforschung e.V. Hannover deckt Schadenpotenziale und Mängelkosten beim energetischen Bauen und Modernisieren auf:
• Wachsendes Engagement privater Bauherren für Energieeffizienz;
• Anzahl und Umfang der Schäden bei energetischer Modernisierung nehmen zu;
• Kostenträchtige Fehlerquellen in Planung und Ausführung von Wärmedämmung, Luftdichtheit und Anlagentechnik;
• Energieeffizienz, sensibler Bereich der Bauqualität;
• Qualitätskontrollen bei energetischem Bauen unverzichtbar.
Private Bauherren engagieren sich zunehmend für Energieeffizienz beim Bauen und Modernisieren. Schwerpunkte liegen neben klimapolitischen Zielen des Energiekonzepts der Bundesregierung und damit verbundenen gesetzlichen Anforderungen im persönlichen Wunsch nach Energiekosteneinsparung, Wertsteigerung, Schadenfreiheit und Wohnkomfortverbesserung der eigenen Immobilie. Allerdings zeigen Erfahrungen aus der Bau- und Sachverständigenarbeit, dass mit wachsendem Umfang des energetischen Bauens und Modernisierens Anzahl und Umfang von Schäden zunehmen. Die Folgen sind gravierend: Wird das gesteckte bauliche Qualitätsziel nicht erreicht, verpuffen auch die angestrebten energetischen Effekte. Für die Motivation der Eigentümer gewinnt diese Entwicklung an Bedeutung. Sie war Ausgangspunkt für eine jetzt vorliegende Gemeinschaftsstudie des Bauherren-Schutzbundes (BSB) mit dem Institut für Bauforschung Hannover (IFB) in Kooperation mit der AIA AG.

Schadensfälle im Neu- und Altbau ausgewertet

Die Gemeinschaftsstudie wertete Schadensfälle aus den Jahren 2007 bis 2011 aus. Mit dem Fokus auf Schäden durch energieeffizientes Bauen wurde untersucht, welches Schadenspotenzial z.B. unzureichende Planung und Koordination, fehlerhafte Dimensionierungen von technischen Anlagen, fehlerhafte Berechnungen und mangelhafte Bauausführungen bergen und welche Mangelfolgeschäden bzw. Mangel- und Schadenbeseitigungskosten sie nach sich ziehen. Erstmals wurden konkrete Zahlen zu Schadenshöhen ermittelt. Aus den dokumentierten Folgen sollen Lösungen für dauerhaft effizientes Bauen und Modernisieren abgeleitet werden. Die Unterschiede bei den untersuchten Neubau- und Sanierungsvorhaben sind gering. Zu 66 % liegen Quellen für spätere Schäden in nicht fachgerechter Ausführung der Baumaßnahmen, 34 % sind der Bauvorbereitung mit unzureichender oder fehlender Planung zuzuschreiben. Als Mangelschwerpunkte wurden Wärmedämmschichten, luftdichte Ebenen und technische Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien identifiziert.


Fehlerhafte Wärmedämmung: hohe Kosten, harte Konsequenzen


Nach der neuen EnEV 2009 darf kein Haus mehr ohne den Einsatz erneuerbarer Energien gebaut werden
Mit 46 % der Fehler erweisen sich ungenügende Planung und Ausführung der Wärmedämmung als besonders kostenträchtig, gefolgt von 30 % Fehlern beim Einbau luftdichter Ebenen. Typische Schadensquellen sind dabei die nicht fachgerechte Verarbeitung der Materialien, nicht geplante oder falsch gewählte Bauteile. Die Unverträglichkeit von Komponenten kann beispielsweise zur Ablösung der Wärmedämmung führen. Wärmebrücken ziehen Feuchtigkeitsschäden nach sich. Zu gering bemessene Dämmschichten führen zum Nichterreichen von Förderkriterien, was den Verlust von Fördermitteln nach sich zieht.

Mangelhafte Bauausführung: das Gegenteil gewünschter Effekte

Fehler bei der Ausführung von Bauvorhaben sind nicht auf Bauschäden begrenzt. Sie können genauso die Nichterfüllung vereinbarter Beschaffenheiten und vertraglicher Festlegungen als Folgeschäden nach sich ziehen. Dazu zählen – über den gesamten Nutzungszeitraum des Gebäudes hinweg - der Mehrverbrauch von Energie, die Steigerung der Energiekosten und nicht erreichte Komfortkriterien. Auch ungeplante Lüftungswärmeverluste über nicht fachgerecht abgedichtete Fugen und Anschlüsse beeinflussen die Energiebilanz eines Gebäudes.

Falsch dimensionierte Technik: Gebäude funktionieren nicht

Haustechnik kann nicht abgekoppelt von der Konstruktion betrachtet werden. Falsch dimensionierte Heizungsanlagen haben negative Folgen: ebenso fehlerhaft eingestellte Anlagen, deren Wirkungsgrad die Planwerte nicht erfüllt. Die geplante Funktionsfähigkeit und Nutzung des Hauses ist eingeschränkt, die angestrebte Behaglichkeit gemindert. Hohe Zusatzkosten entstehen.
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