| Die grünen Freiräume in unseren
Städten und Gemeinden sind
"Leistungen aus Meisterhand" im
wahrsten Sinne des Wortes. Über den
Weg zu dieser "Meisterschaft" soll
berichtet werden. Martin Eichner,
Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses
Nordbayern: "Am Ende
jeder Meisterprüfung stellen wir uns
die Fragen: „Wo stehen wir? Wo
wollen wir hin? Kann es so weiter
gehen?". Von den 40 Kandidaten/
innen, die sich der Meisterprüfung
unterzogen haben, sind in Veitshöchheim
10% durchgefallen. Die
Durchschnittsnoten lagen zwischen
1,66 und 4,16. Die sehr große
Bandbreite spiegelt die Qualität
der künftigen Führungskräfte recht
plastisch wider. Guter Nachwuchs ist
gefragt wie eh und je. Für den Beruf
des Landschaftsgärtnermeisters
ist aber nicht jeder geeignet. Dazu
braucht es sowohl eine gute Portion
an Idealismus und physischer Kraft,
als auch eine solide, theoretische
Ausgangsbasis, auf der der/die Meister/
in immer wieder aufbauen muss.
Während der Gehilfe hauptsächlich
in den verschiedensten Bereich der
Ausführung tätig ist, werden an den
Meister wesentlich höhere Anforderungen
gestellt, was Arbeitsplanung,
Führung, selbständiges Arbeiten und
Verantwortung anbelangt. |
| Gärtnermeister Martin Eichner aus
Zirndorf bringt es auf den Punkt:
"Es gibt Spitzenleute, aber nicht
wenigen Kandidaten/innen fehlt es
an gärtnerischem Basiswissen". Was
ist damit gemeint? Die Kandidaten
hätten zwar im Unterricht viel an
Wissen angehäuft, sie seien vielfach
nicht in der Lage, das Wesentliche
vom Unwesentlichen zu trennen und
es entsprechend in der Meisterprüfung
oder in einem Kundengespräch
anzuwenden. Es fehle das Assoziieren
von Gedanken mit den sogenannten
"Eselsbrücken", um leichter zu
lernen, bzw. Komplexes zu verstehen
und wiederzugeben. Wer das alleinige
Faktenwissen in Schubläden ablege,
der komme nur schwer voran. Martin
Eichner nennt gern einige Beispiele
aus seinem Alltag, wo er alle
Register ziehen muss, um möglichst
wenig Fehlentscheidungen zu treffen.
Dazu gehören seiner Meinung nach
die grundlegenden Fertigkeiten im
Lesen, Schreiben und Rechnen, so
banal es klinge. Wer auf
der Baustelle stets mit
dem Taschenrechner
auftreten muß, weil er
Mengen (Erdmassen,
Schüttgüter, Pflanzoder
Belagsflächen ...)
nicht im Kopf überschlagen
könne, der
verliere viel Zeit und
damit Geld. Es sei auch
wichtig, auf Vollzähligkeit
und Qualität
zu achten. Wichtiges
Werkzeug zu vergessen
oder nachlässige Arbeit durchgehen
lassen, bedeutet, an der Kostenschraube
zu drehen. Wer sich selber
dahingehend lückenhaft und unfertig
organisiert, der verspielt zu viel Geld.
Ein Meister muß wissen, warum,
wozu und wie eine Aufgabe zu lösen
ist. Martin Eichner erläutert sein Anliegen
am Thema: "Umgang mit dem
Boden": Es reicht nicht, die einzelnen
Bodenklassen oder Bodengruppen
aufzählen zu können. Viel wichtiger
sei es, die entsprechenden Konsequenzen
hinsichtlich Bodenschutz,
-verdichtung und -bearbeitung zu beherrschen,
theoretisch anzusprechen
und praktisch umsetzen zu können.
Der Kunde z.B. müsse in kurzen und
prägnanten Sätzen davon überzeugt
werden, warum für die Ebenflächigkeit
seines Rasens schon der fachgerechte
Einbau des Rohbodens verantwortlich
ist. Lagenweiser Einbau und
Verdichtung, Auflockerung und Rückverdichtung
des Unterbodens und der
Vegetationstragschicht spielen dabei
die entscheidende Rolle. Hinzu käme
der dazu notwendige Maschineneinsatz,
aber auch die Witterung und
damit die Konsistenz zum Zeitpunkt
des Einbaues. Die Themenfelder des
Bodenschutzes, der Düngerlehre, des
Pflanzenschutzes würden bereits in
der Gehilfenprüfung abgefragt, so
Eichner, und dürften daher für den
angehenden Meister kein nennenswertes
Problem darstellen. |