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Nachwuchsführungskräfte gesucht

Meisterbrief mit Noten zwischen 1,66 und 4,16

von Hans Beischl

Der Gärtnermeister in zentraler Position

Die grünen Freiräume in unseren Städten und Gemeinden sind "Leistungen aus Meisterhand" im wahrsten Sinne des Wortes. Über den Weg zu dieser "Meisterschaft" soll berichtet werden. Martin Eichner, Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses Nordbayern: "Am Ende jeder Meisterprüfung stellen wir uns die Fragen: „Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Kann es so weiter gehen?". Von den 40 Kandidaten/ innen, die sich der Meisterprüfung unterzogen haben, sind in Veitshöchheim 10% durchgefallen. Die Durchschnittsnoten lagen zwischen 1,66 und 4,16. Die sehr große Bandbreite spiegelt die Qualität der künftigen Führungskräfte recht plastisch wider. Guter Nachwuchs ist gefragt wie eh und je. Für den Beruf des Landschaftsgärtnermeisters ist aber nicht jeder geeignet. Dazu braucht es sowohl eine gute Portion an Idealismus und physischer Kraft, als auch eine solide, theoretische Ausgangsbasis, auf der der/die Meister/ in immer wieder aufbauen muss. Während der Gehilfe hauptsächlich in den verschiedensten Bereich der Ausführung tätig ist, werden an den Meister wesentlich höhere Anforderungen gestellt, was Arbeitsplanung, Führung, selbständiges Arbeiten und Verantwortung anbelangt.

Ein Meister muss mehr können

Gärtnermeister Martin Eichner aus Zirndorf bringt es auf den Punkt: "Es gibt Spitzenleute, aber nicht wenigen Kandidaten/innen fehlt es an gärtnerischem Basiswissen". Was ist damit gemeint? Die Kandidaten hätten zwar im Unterricht viel an Wissen angehäuft, sie seien vielfach nicht in der Lage, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen und es entsprechend in der Meisterprüfung oder in einem Kundengespräch anzuwenden. Es fehle das Assoziieren von Gedanken mit den sogenannten "Eselsbrücken", um leichter zu lernen, bzw. Komplexes zu verstehen und wiederzugeben. Wer das alleinige Faktenwissen in Schubläden ablege, der komme nur schwer voran. Martin Eichner nennt gern einige Beispiele aus seinem Alltag, wo er alle Register ziehen muss, um möglichst wenig Fehlentscheidungen zu treffen. Dazu gehören seiner Meinung nach die grundlegenden Fertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen, so banal es klinge. Wer auf der Baustelle stets mit dem Taschenrechner auftreten muß, weil er Mengen (Erdmassen, Schüttgüter, Pflanzoder Belagsflächen ...) nicht im Kopf überschlagen könne, der verliere viel Zeit und damit Geld. Es sei auch wichtig, auf Vollzähligkeit und Qualität zu achten. Wichtiges Werkzeug zu vergessen oder nachlässige Arbeit durchgehen lassen, bedeutet, an der Kostenschraube zu drehen. Wer sich selber dahingehend lückenhaft und unfertig organisiert, der verspielt zu viel Geld. Ein Meister muß wissen, warum, wozu und wie eine Aufgabe zu lösen ist. Martin Eichner erläutert sein Anliegen am Thema: "Umgang mit dem Boden": Es reicht nicht, die einzelnen Bodenklassen oder Bodengruppen aufzählen zu können. Viel wichtiger sei es, die entsprechenden Konsequenzen hinsichtlich Bodenschutz, -verdichtung und -bearbeitung zu beherrschen, theoretisch anzusprechen und praktisch umsetzen zu können. Der Kunde z.B. müsse in kurzen und prägnanten Sätzen davon überzeugt werden, warum für die Ebenflächigkeit seines Rasens schon der fachgerechte Einbau des Rohbodens verantwortlich ist. Lagenweiser Einbau und Verdichtung, Auflockerung und Rückverdichtung des Unterbodens und der Vegetationstragschicht spielen dabei die entscheidende Rolle. Hinzu käme der dazu notwendige Maschineneinsatz, aber auch die Witterung und damit die Konsistenz zum Zeitpunkt des Einbaues. Die Themenfelder des Bodenschutzes, der Düngerlehre, des Pflanzenschutzes würden bereits in der Gehilfenprüfung abgefragt, so Eichner, und dürften daher für den angehenden Meister kein nennenswertes Problem darstellen.
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