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3D-Architektur: Virtual Reality noch weitestgehend ungenutzt

23.08.2016

Virtuelle Welten erleben eine Renaissance. Durch VR-Brillen tauchen Endanwender in vom Computer erzeugte 3D-Welten ein. Gerade im Architekturbereich hat die VR-Forschung Tradition, jedoch ohne sich verankert zu haben. Das könnte sich aber bald ändern.

CAD-Daten ermöglichen es, einen Gebäudeplan mit relativ wenig Aufwand in 3D am Computer zu visualisieren. Diese Option wird vor allem für größere Bauprojekte interessant. Egal ob es sich um ein Luxusanwesen, einen Bahnhof oder ein Flughafenterminal handelt, Bauherren und Architekten können so den aktuellen Planungsstand in seiner zukünftigen Erscheinungsform begutachten. Hier sind Änderungen noch leicht vorzunehmen und entdeckte Fehler kostengünstig zu beseitigen. Besonders unmittelbar wird diese Option mit sogenannten „immersiven VR-Techniken“. Dort taucht der Nutzer vollständig in die Virtuelle Realität ein. Die mittlerweile kostengünstigen VR-Brillen ermöglichen es, sich in diesen Szenen zu bewegen und sich ein realitätsnahes Bild der Planung zu machen. „Die Besonderheit sind die Interaktionsmöglichkeiten mit den 3D-Modellen“, erklärt Dr. Eva Eggeling, Leiterin des Geschäftsbereichs Visual Computing von Fraunhofer Austria. „Details oder Alternativen lassen sich so gestalten, dass Architekt und Bauherr direkt in der VR-Umgebung Anpassungen vornehmen können.“

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In immersiven VR-Welten lassen sich Bauvorhaben begutachten und Änderungen interaktiv vornehmen. Die VR-Installation DAVE in Graz bietet dafür eine gute Möglichkeit. 

Foto: Fraunhofer Austria

Eine Alternative zu den VR-Brillen bieten sogenannte CAVEs. Hiermit sind 3D-Projektionsräume gemeint, in denen sich die Nutzer frei bewegen können. Die in Graz installierte DAVE (Definitely Affordable Virtual Environment) ist ein vierseitiger Projektionsraum, durch den man vollständig in eine virtuelle Realität eintauchen kann. Das Besondere im Gegensatz zum 3D-Kino ist, dass die Position des Betrachters vom Computer gemessen wird. Dadurch ist es möglich, die Perspektive der 3D-Darstellung korrekt anzupassen, sodass der Nutzer zum Beispiel unter Objekte schauen kann. Zudem wird im Gegensatz zur Brille das Größenverhältnis vom eigenen Körper zum VR-Modell wahrgenommen. Dadurch ist der Gesamteindruck realistischer.VR-Architekturanwendungen sind fast so alt wie die Virtuelle Realität selbst. „Alleine unsere Erfahrung bei Fraunhofer zu diesem Anwendungsgebiet umfasst mehrere Jahrzehnte“, sagt Eggeling. „Zusammen mit den Kollegen vom Fraunhofer IGD können wir auf Basis der CAD-Daten Bauprojekte realitätsnah visualisieren.“ Obwohl Technologie, Erfahrung und preisgünstige Hardware vorhanden sind, finden die Möglichkeiten immersiver VR bisher noch selten Anwendung bei Bauprojekten. Fraunhofer sucht aktuell nach Partnern, um die vorhandenen Möglichkeiten zu verbreiten.

  Quelle: www.igd.fraunhofer.de


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