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B-Tower ragt in den Himmel

11.12.2019

Maßgeschneiderte Fassadenkonstruktion für schaltbares Glas

In 1-A-Lage unmittelbar an der A81 bei Rottweil gelegen ist das Business Center, der 7-geschossige B-Tower, entstanden. Von den 3.000 m2 Nutzfläche des Verwaltungsbaus werden 1.800 m2 vom Bauherrn, der Bucher Unternehmensgruppe, genutzt. Der Rest steht für Cafeteria, Empfang, Fitnessbereich, Besprechungsräume und für die Vermietung zur Verfügung. Aus dem 3-geschossigen Sockelbau ragen vier Etagen als imposanter Turm empor. „Von meiner Terrasse kann ich auf den bekannten Testturm von Thyssenkrupp, den A-Tower, herunterschauen“, freut sich Axel Bucher, Bauherr und Geschäftsführer der Bucher Unternehmensgruppe. So ist der B-Tower auch zu seinem prägnanten Namen gekommen.

Der Entwurf zum B-Tower stammt von Joachim Müller Architekten & Ingenieure, die Werkplanung übernahm die Kühnl & Schmidt Architekten AG aus Karlsruhe. Konzipiert ist das Gebäude nach den neuesten energetischen sowie ökologischen Standards und erfüllt sogar den KfW Standard 55.

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An der A81 bei Rottweil gibt es neben dem A-Tower einen neuen Blickfang: den 27 Meter hohen B-Tower.

Ein weiteres Highlight ist die Fassade des 27 Meter hohen Turmes: Diese wurde mit elektrochromatisch dimmbarem Sonnenschutzglas realisiert, die Sonderkonstruktion dahinter stammt von Freyler Metallbau. Der Standort auf freiem Feld und in unmittelbarer Nähe zur Autobahn verlangte nach einem sehr guten Schallschutz. „Außerdem wusste ich, dass ein außenliegender Sonnenschutz aufgrund des ständigen Winds regelmäßig auf und ab fahren würde und damit nutzlos wäre“, erläutert Axel Bucher die Entscheidung für dimmbares Glas. Dieses verdunkelt, sobald eine elektrische Spannung anliegt. „Freyler Metallbau hat uns dann eine clevere Lösung für die Konstruktion der Fassade mit diesem Glas präsentiert, die sie später auch sehr elegant in die Realität umgesetzt haben.“

Zum Einsatz kamen Gläser der Firma EControl-Glas GmbH & Co. KG. Diese besitzen eine innenliegende nanostrukturierte Beschichtung, die ihre Farbe ändert, sobald eine geringe elektrische Spannung anliegt. Durch diesen elektrochromen Effekt färbt sich das Glas blau ein, wird aber nicht milchig. So reflektiert es die Strahlungswärme der Sonne und reduziert die Blendwirkung. Zugleich ist es auch bei intensiver Sonneneinstrahlung von innen noch transparent und gibt bei strahlend blauem Himmel den Blick nach draußen frei. Auf einen mechanischen Sonnenschutz konnte so verzichtet werden. Der variable g-Wert gewährleistet in den Räumen zudem ein angenehmes Klima: Im Sommer kann bei höchster Dimmstufe die Aufheizung durch die Sonne reduziert, im Winter bei einer niedrigeren Dimmstufe dagegen unterstützt werden.

Aufgrund der organisch ineinanderlaufenden Formen mit wenig geraden Flächen war für die Fassade eine maßgeschneiderte Konstruktion nötig. „Wir haben überlegt, wie wir die gerundeten Geometrien mit einer möglichst einfach strukturierten Fassadenkonstruktion umsetzen können“, berichtet Stefan Gauss, Geschäftsbereichsleiter Freyler Metallbau. Diese Sonderlösung und deren technische Umsetzung haben auch den Bauherrn überzeugt.

Den geschwungenen Grundriss des Gebäudes bildet die Fassadenkonstruktion segmentiert ab. „Wir haben die Pfosten-Riegel Fassade im System Raico Therm AV den unterschiedlichen Geometrien angepasst“, erläutert Stefan Gauss weiter. „Mit einer geschossweisen Trennung und dem Einsatz von Schallschutzglas der Schallschutzklasse 4 mit ca. 50 dB können wir zudem die hohen Schallschutzanforderungen erfüllen.“ Zugleich ist die Fassade hoch wärmegedämmt mit einem U-Wert von durchschnittlich 0,71 – 1,10 W/m²K. Die Aluminiumkonstruktion basiert auf Einfeldträgern – so ließ sich auch die komplexe Montage mit den geschwungenen Formen problemlos auf der Baustelle umsetzen und Toleranzen konnten berücksichtigt werden.

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Das Glas der EControl-Glas GmbH & Co. KG färbt sich blau ein, sobald eine geringe elektrische Spannung anliegt. So reflektiert es sowohl die Strahlungswärme als auch die Blendwirkung. Trotzdem bleibt es transparent und der Blick ins Freie erhalten.

„Insbesondere das Thema Toleranzen ist eines, auf das man bei einem solchen Projekt früh eingehen sollte“, weiß Stefan Gauss aus Erfahrung. „Wenn man den Baukörper betrachtet, weiß man, dass dieser mit seinen runden Sequenzen nicht einfach zu schalen ist. Zugleich hat das Spezialglas aber eine lange Lieferzeit, so dass es bereits vor dem Betonieren bestellt werden muss.“ Das Planungsteam von Freyler Metallbau erkennt solche Zusammenhänge dank jahrelanger Erfahrung und weiß, wie man etwa auf eine leichte Krümmung in der Decke eingehen muss, so dass die Fassade trotzdem optisch perfekt sitzt und davon nach außen hin nichts mehr sichtbar ist.

Auf die Detailplanung folgte die Fertigung im Freyler Werk in Kenzingen und anschließend die Montage auf der Baustelle. Insgesamt 1.700 m2 Fassadenfläche sind entstanden, 280 m2 EControl Glas wurden mit 2.600 Laufmetern Profilen in der Pfosten Riegel Fassade verankert. Auch die Fassade des 3-geschossigen Sockelbaus wurde von Freyler Metallbau geplant und umgesetzt. Zum Einsatz kam dort eine Raico Therm AV Fassade in Kombination mit Raico Frame 75 WI.

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Im Zentrum des Neubaus ist ein Innenhof mit organischem Grundriss entstanden.

Fotos: © FREYLER

„Wichtig für das Gelingen eines solchen Projekts ist ein gutes Miteinander“, bekräftigt Stefan Gauss. „Der Bauherr war offen für technische Lösungen, neue Ideen und deren Umsetzung. Zugleich kam uns einmal mehr die langjährige Partnerschaft mit Raico zugute und nicht zuletzt lief auch die Zusammenarbeit mit der EControl-Glas GmbH & Co. KG reibungslos.“ So ist nach nur 6-monatiger Montagezeit ein neuer Blickfang an der A81 entstanden – neben dem A-Tower auf der einen fällt nun auch der B-Tower auf der anderen Seite schon von Weitem ins Auge.

  Quelle: www.seifert-pr.de


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