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Ballonkorb light: Von 60 auf 35 Kilo

19.12.2019

FH Münster unterstützt Freiballonsportverein Münster und Münsterland mit Korbboden

Alfons Völker und zwei Piloten vom Freiballonsportverein Münster und Münsterland sind bei den Weltmeisterschaften für Gasballone mitgefahren. Und zwar mit ihrem Ballon „Ferdinand Eimermacher“ – der jetzt einige Kilo leichter ist, als er es vorher war. Der Grund dafür: ein Leichtbaukorb. „Wir wollen im internationalen Wettbewerb mithalten, da kommt es auf jedes Gramm an – vor allem, wenn man mehrere Tage und Nächte fährt“, sagt Völker. In der Tat bleiben Gasluftballone im Gegensatz zu den Heißluftballons bis zu 90 Stunden beim Wettkampf in der Luft.

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Blick in den neuen Leichtbaukorb und Foto bei einer Testfahrt – mit dabei auch die Bodenplatte der FH Münster.

Bei seinen Überlegungen zu einem neuen Korb wandte sich Völker an die FH Münster in Steinfurt: Denn er hatte in der Zeitung gelesen, dass es dort einen Experten für Leichtbau gibt, Prof. Dr. Hilmar Apmann. Gesucht, gefunden: Apmann, der zuletzt mit seinen Studierenden leichte Akkuschrauberfahrzeuge konstruiert hatte, war direkt zu einem Austausch bereit. „Klar helfen wir, das ist doch eine schöne Aktion. Und für die Studierenden eine gute Möglichkeit, hier im Labor mit neuen Materialien zu arbeiten!“ Genauer gesagt mit dem kohlenfaserverstärkten Kunststoff CFK: Denn das kam bei dem Korbboden zum Einsatz. Die Maschinenbau-Studierenden bearbeiteten die nur vier Millimeter dünne Trägerplatte mit dem hochfesten, schwarzen CFK, trugen es im richtigen Winkel mit Harz und Härter auf und machten die Platte auf diese Weise widerstandsfähig gegenüber Belastungen, stabil und robust – und trotzdem ist sie leicht geblieben. „Den Korb hatte ich zu dem Zeitpunkt schon geplant und entworfen, es sollte eine Konstruktion aus Aluminiumrohren und robuster Stoffverkleidung sein“, erklärt Völker.

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Die Maschinenbau-Studenten von Prof. Dr. Hilmar Apmann haben die dünne Bodenplatte im Labor mit CFK bearbeitet.

Foto: Alfons Völker

„Aber für den Korbboden brauchte es einen Fachmann.“ Das war dann auch für die European Union Aviation Safety Agency (EASA), quasi der TÜV für Flugzeuggeräte und die Zulassungsbehörde für Luftfahrzeuge in Europa, ausschlaggebend: Weil eine Hochschule am Projekt beteiligt gewesen ist, war es kein Problem, einen selbst konstruierten Korb für den Wettkampf genehmigen zu lassen. Alle Sicherheitstests hat der Korb bestanden, auch den sogenannten Droptest, bei dem der Korb aus einem Meter Fallhöhe bei voller Beladung drei Mal auf den blanken Betonboden knallt und dabei nicht kaputtgehen darf. Erst dann bekommt er seine Ballonpapiere und die Zulassung. Und das eigentliche Ziel wurde auch erreicht: Statt 60 Kilo wiegt der ursprünglich geflochtene Korb jetzt nur noch 34,8 Kilo. Die Bodenplatte macht davon ungefähr sechs Kilo aus.

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Alles heil: Leichtbaukorb inklusive Bodenplatte überstehen auch ruppige Ballon-Landungen.

Fotos: Freiballonsportverein Münster und Münsterland e.V.

„Das war wirklich eine super Kooperation“, so Völker, der selbst viele Jahre Gasballone geflogen ist und sie jetzt wartet. „Dank der Studenten verfügt unser Verein jetzt über einen der wohl leichtesten Ballonkörbe mit EASA-Zulassung in Europa.“

Im Einsatz war der neue Leichtbaukorb auch schon – nämlich beim Gordon-Bennett-Rennen: Da legte er in 84 Stunden und 48 Minuten 1716 Kilometer zurück und landete kurz vor dem Schwarzen Meer in Rumänien.

  Quelle: www.fh-muenster.de


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