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Bauwirtschaft 2013: Mehr Chancen als Verluste!

16.09.2013

Freiberg: „Die Zeit zwischen den Wintern müssen wir optimal nutzen, um am Jahresende doch schwarze Zahlen zu schreiben!“

Die „extrem ungünstige Wetterlage bis weit in den Mai hinein und mangelnde öffentliche Aufträge“ macht Thorsten Freiberg, Vorsitzender des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, für die im 1. Halbjahr 2013 noch schwierige wirtschaftliche Lage am Bau verantwortlich. „Mit dem Sommerwetter ist auch die Konjunktur der Bauwirtschaft in Schleswig-Holstein durchgestartet. Durch jetzt gut gefüllte Auftragsbücher oft bis zum Jahresende könnte am Ende ein positives Jahresumsatzergebnis stehen“, so Freiberg zum Auftakt der 58. NordBau in Neumünster, dem Lackmustest für die Baubranche in ganz Nordeuropa.


Ein Blick in die aktuellen Statistiken bis Ende Juni 2013 belegt dies für Schleswig-Holstein mit am Ende aufsteigender Tendenz: Mit 22.171 Arbeitnehmern verzeichnet das Baugewerbe im Zeitraum Januar bis Juni 2013 zwar witterungsbedingt gut 1,4 % weniger Mitarbeiter als im Vorjahreszeitraum. Dabei stabilisierte das Saison-Kurzarbeitergeld (KUG) diese im Verhältnis relativ gute Zahl gegenüber Vorjahren mit den damals witterungsbedingten Kündigungen. Bei den geleisteten Arbeitsstunden schlug dies sogar mit einem Minus von 10 % auf nur noch 11,17 Mio. Stunden zu Buche.


Der baugewerbliche Umsatz sank dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 % von 1,1 auf nunmehr 1,04 Milliarden Euro. Detailliert bedeutet dies: zur Stagnation im gewerblichen Bau kommen Rückgänge von mehr als 17 % im öffentlichen und Verkehrsbau sowie von 10,3 % im Wohnungsbau. Auch die Zahl der Baugenehmigungen stagnierte bei 2,4 %, während Länder wie Hessen und Mecklenburg-Vorpommern (+ 26 %), Saarland (+ 33,5 %) oder Stadtstaaten wie Berlin (+38,8 %) und Bremen (+ 57,1 %) locker auf und davon ziehen.

Thorsten Freiberg bewertet dies so: „Unsere Branche hat hier im Land vor allem nach dem Regierungswechsel im vergangenen Jahr mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Die Erhöhung der Grunderwerbssteuer auf den deutschen Rekordwert von 6,5 % wird in Schleswig-Holstein nicht dazu führen, dass junge Familien durch derzeit noch niedrige Zinsen animiert werden, mit einem Hausbau oder Immobilienerwerb etwas für ihre Altersvorsorge zu tun (Bau-Riester) oder verstärkt Investitionen zu tätigen. Mittlerweile machen die Nebenkosten wie Steuern, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklergebühren mehr als 13 % des Kaufpreises aus und verteuern Investitionen in dringend benötigte Wohnimmobilien. Mietpreisbindung ist der Gnadenstoß für Investitionen im Bestand bei Mietbauten, ist sich der Verbandsvorsitzende mit Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Haus-und-Grund einig. Unsicherheiten bei der Ausweisung und Anbindung von Gewerbegebieten, immer höhere, teurere und
teilweise unsinnige Anforderungen beim Dämmen und Bauen, Unsicherheiten vor weiteren Steuer- und Energiekosten vor der Bundestagswahl, negatives Image durch politisches Lavieren bei Fehmarn-Belt Querung bis zur Rader Hochbrücke: Das schadet unserer Konjunktur immens“, sagte der BGV-Vorsitzende. Das gelte auch für die öffentliche Hand, die dringend nötige Investitionen in die Infrastruktur und den Sanierungsstau an Gebäuden und Einrichtungen nicht in Angriff nehmen wolle. Trotz Rekordeinnahmen im Steuerbereich. Hier werde sehenden Auges Volksvermögen zerstört: Wenn die Landesregierung schon keine neuen Straßen bauen wolle, dann müsse in einem rohstoffarmen Land, das auf den Wirtschaftsfaktor Touristik setze, zumindest gewährleistet sein, dass Gäste, Kunden und Versorger diese Orte nicht nur mit dem Rad oder geländegängigen Fahrzeugen erreichen könnten.

Trotzdem ist Freiberg verhalten optimistisch, weil einige Rahmenbedingungen finanzielle Anreize fürs Bauen und Sanieren setzen. „Ich kann nur alle Hausbesitzer auffordern, die Förderungsmöglichkeiten von energetischen Sanierungsmaßnahmen wie Dämmung von Dach und Wand, Fenstern oder Solarthermie schnell und umfassend über die KfW in Angriff zu nehmen. So günstig werden die Konditionen auch bei den Banken für Baumaßnahmen nicht mehr lange sein. Und vielleicht noch Aufträge jetzt vor der Energie-Einsparverordnung EnEV 2014 zu platzieren, bevor Bauen dann teurer wird. Dass sich Bauen und Sanieren mit guter Beratung rechnet, zeigt schon ein Blick auf Amortisationsmöglichkeiten bei deutlich steigenden Energiekosten. Nicht unterschätzt werden darf dabei auch der persönliche Wohlfühlfaktor. Investitionen in die Immobilie lohnen sich also gerade auch mit Blick auf die eigengestaltete Rendite ohne Börsenrisiko und vermeidet Inflationsverluste“, so Freiberg.

Als weiteren wichtigen konjunkturellen Lichtblick hat der Vorstandsvorsitzende die Auftragsentwicklung im Wohnungs- und Wirtschaftsbau ausgemacht. Im Gegensatz zum Bundestrend, der nur ein knappes Plus von 2,1 % bei den eingegangenen Aufträgen verzeichnet, sind es hier im Norden mit 704 Mio. Euro satte 10 % mehr als im Vergleichszeitraum 2012. „Der bekannte Investitionsstau, der in die Milliarden geht, ist hoch. Ich mag gerne daran denken, wo wir stehen könnten, wenn die öffentliche Hand ihren Verpflichtungen in vollem Umfang nachkäme“, konstatierte Thorsten Freiberg, der sich von den vielen Gesprächen auch mit Vertretern von Politik, Verbänden, Wirtschaft, Industrie und Handwerk sowie interessierten Endverbrauchern auf der 58. NordBau in Neumünster einen fruchtbaren Dialog zur Klärung bestehender Probleme erhofft.

Dazu zähle auch weiterhin der hohe Bedarf an Fachkräften, der auf Dauer gesehen nicht gedeckt werden könne, sowie die Ausbildungssituation, wo es immer noch freie Plätze in Bauunternehmen gäbe, die nicht besetzt werden könnten. „Arbeit auf dem Bau bedeutet Hightech und stellt hohe Anforderungen an die Auszubildenden, denn die technische Entwicklung ist auch in dieser Branche nicht stehen geblieben. Und wir bieten als Branche gute Jobs und Aufstiegschancen für junge Menschen und unsere Mitarbeiter!

Machen Sie sich selbst ein Bild davon und besuchen Sie uns auf der 58. NordBau - wie immer in Halle 5. Wir freuen uns auf Sie!“ erklärte der BGV-Vorstandsvorsitzende Thorsten Freiberg.

Die Highlights unserer Standpartner aus Halle 5 in Kürze:

Baugewerbeverband Schleswig-Holstein:
Die Speerspitze für alle schleswig-holsteinischen Bauunternehmer – hier in Halle 5 muss Mann und Frau gewesen sein.
Bauinnung Neumünster
Jüngere Messebesucher erfahren dort etwas über die lohnende Ausbildung im Bauhandwerk
C.J. Wigger KG:
Erstmals als leistungsstarker und innovativer Baustoff-Lieferant an Bord
Haus & Grund:
Mitglieder von Haus & Grund bekommen exklusive Vorteile, wenn sie mit Meisterhaft-Betrieben zusammenarbeiten; unter anderem winken bis zu 5% Rabatt je vergebenem Auftrag.
Holzbauzentrum Schleswig-Holstein:
Die zentrale Anlaufstelle für alles rund um den Holzbau – das sind die Profis!
MTB Treppenlift Service:
Mobil im Haus – auch bei größeren Höhenunterschieden!
TeCa Telecom und mobile-point:
Hier finden Sie die aktuellsten Trends der Telekommunikation, von Apps bis Cloud-Computing, über Bau-Handys bis hin zu maßgeschneiderten Tariflösungen für Verbandsmitglieder.
VHV Versicherungen:
Einzigartige Gewährleistungsversicherung, quasi die Garantie gegen Baumängel.
Yohammada:
Der Name ist Programm: Ja, haben wir da! Übersetzung aus dem Bayerischen für Norddeutsche.

 

 

  Quelle: www.bau-sh.de


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