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Bei hohen Außentemperaturen kommen gut gedämmte Häuser ins Schwitzen Teil 2

06.06.2018

Was im Herbst und Winter längst eine Selbstverständlichkeit ist, wird im Sommer sehr häufig vernachlässigt. Nach Erfahrung der Sachverständigen des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. (VQC) entstehen Jahr für Jahr immense Schäden, die durch falsches Lüften verursacht werden. Und das nicht nur bei älteren, sondern auch bei hoch modernen, sehr gut gedämmten Häusern.

Außen warm, innen kühl: Da fühlt sich Schimmel wohl
Die Ursache ist dabei immer die gleiche. Wenn im Sommer die Außentemperatur spürbar steigt, bleiben gut abgedichtete und gedämmte Häuser im Innern vergleichsweise kühl. Wenn dann Fenster oder Türen unkontrolliert geöffnet werden, strömt die warme und sehr feuchte Luft in die kühlen Räume. Durch das Abkühlen dieser warmen Luft kondensiert Feuchtigkeit und schlägt sich meist an den Wandoberflächen nieder. Auf Dauer kann dies die Bildung von gefährlichem Schimmel fördern. Aus diesem Grund weist Dipl.-Ing. Udo Schumacher Ritz, Vorstand des VQC darauf hin, dass sich Bewohner von modernen, gut gedämmten Häusern unbedingt an einige Spielregeln halten sollten. Der VQC-Sachverständige: „Häuser sollten am besten in den Morgenstunden gelüftet werden, wenn die Außentemperatur noch recht niedrig ist. Das gleiche gilt für die Abendstunden. Bevorzugt werden sollte – wie auch im Winter – eine kurze aber effektive Stoßlüftung.“

Luftfeuchtigkeit soll 60 Prozent nicht überschreiten
Große Aufmerksamkeit sollte zudem nach Auffassung des VQC-Sachverständigen auf den Kellerbereich gelenkt werden. Hier sollte während der warmen Tage auf Grund des großen Temperaturunterschiedes besser gar nicht gelüftet werden. Und wenn, dann ist es zu empfehlen, in den sehr frühen Morgenstunden und spät abends stoß zu lüften. Und noch einen Tipp gibt der VQC-Gutachter: Die optimale relative Luftfeuchtigkeit sollte möglichst zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Wer sich nicht sicher ist, ob die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, kann dies mit einem handelsüblichen Hygrometer kontrollieren. Sollte die Luftfeuchtigkeit höher sein, kann der Einsatz eines Raumluftentfeuchters sinnvoll sein.

Das kleine vqc-Einmaleins des Lüftens:
• Neue, sehr gut gedämmte Häuser und Wohnungen mindestens drei Mal am Tag stoßlüften. Ältere Häuser (Baujahr vor 2000) mindestens zwei Mal pro Tag.
• Beim Stoßlüften auch die Innentüren öffnen, damit der Durchzugseffekt verstärkt wird.
• Im Sommer am besten morgens oder in den Abendstunden lüften, wenn sich die Lufttemperatur abgekühlt hat. Diese Regel gilt besonders für Kellerräume.
• Besonders bei älteren Häusern sollte im Keller ein Hygrometer die Luftfeuchtigkeit kontrollieren. Von den Messergebnissen hängt maßgeblich das Lüftverhalten ab.
• Ständig gekippte Fenster sollten vermieden werden. Das erhöht im Winter die Heizkosten, im Sommer befördert der ständige Luftaustausch (außen warm/innen Kühl) Schimmelbildung.
• Ein während der Nacht gekipptes Schlafzimmerfenster reduziert die Gefahr von Schimmelbildung, tagsüber sollte auch dieses geschlossen sein.
• Bei Neubauten und nach Sanierungen ist Baufeuchte ein Thema. Bis zu zwei Jahre kann es dauern, bis sich diese verflüchtigt hat. In dieser zeit muss besonders intensiv gelüftet werden.

  Quelle: www.vqc.de


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