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Betriebsstatistik zum 31.12.2013

13.03.2014

Handwerk insgesamt
Zum Stichtag 31. Dezember 2013 waren 132.822 Betriebe bei den baden-württembergischen Handwerkskammern eingetragen. Das waren 111 Betriebe oder 0,1 % mehr als zu Jahresbeginn. Insgesamt setzten sich die bekannten Tendenzen fort. Einem mittlerweile schwächeren Zuwachs im zulassungsfreien Handwerk standen Rückgänge im zulassungspflichtigen Handwerk und im handwerksähnlichen Gewerbe gegenüber. Jeder fünfte Betrieb gehörte am Stichtag zum zulassungsfreien Handwerk. Im Jahr 2003 gehörten gerade 10 % der Betriebe zu Berufen, bei denen im Jahr 2004 die Meisterpflicht abgeschafft wurde.

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Zulassungspflichtiges Handwerk
Im zulassungspflichtigen Handwerk (Anlage A HwO) waren zum Stichtag 31. Dezember 2013 82.631 Betriebe bei den baden-württembergischen Handwerkskammern eingetragen. Das waren 464 Betriebe oder 0,6 % weniger als vor einem Jahr. Damit ging der Betriebsbestand zum dritten Mal in Folge auf niedrigem Niveau zurück. 4.053 Betriebe wurden neu eingetragen. Somit gab es im Vergleich zum Vorjahr 3,7 % mehr Neueintragungen. Die Zahl der Löschungen ging minimal um 40 auf 4.517 zurück.
Auffallend ist der Zuwachs um 4,4 % oder 41 Betriebe bei den Schornsteinfegern auf nun 982 Betriebe im Land. In den letzten Jahren lag der Bestand konstant bei rund 950 Betrieben. Seit Jahresbeginn 2013 können Hauseigentümer für verschiedene Tätigkeiten ihren Schornsteinfeger frei wählen und sind nicht mehr auf den Bezirksschornsteinfeger angewiesen. Die zusätzlichen Marktchancen könnten zu zusätzlichen Gründungen geführt haben.Bei den Metallbauern und Feinwerkmechanikern ging der Betriebsbestand um 70 bzw. 81 Betriebe zurück. Hier spielten Konzentrationsprozesse, vor allem bei den Zulieferbetrieben, eine Rolle.
Im zulassungspflichtigen Handwerk herrschte weiterhin ein sehr hohes Qualifikationsniveau. Bei rund 43 % der im Jahr 2013 eingetragenen Betriebe ist der Inhaber selbst Meister oder hat eine vergleichbare Qualifikation, zum Beispiel einen geeigneten Hochschulabschluss. In 40 % der Fälle hat der Inhaber einen Betriebsleiter eingestellt, der eine entsprechende Qualifikation hat. Rund 5 % der Eintragungen geschahen auf Grund der Altgesellenregelung, die es Gesellen erlaubt, sich in einem zulassungspflichtigen Handwerk selbstständig zu machen, wenn er sechs Jahre Berufserfahrung hat und davon vier Jahre in leitender Stellung war. Die hohe Qualifikation resultierte in einer hohen Stabilität der handwerklichen Gründungen. Bezogen auf den Bestand wurden im Jahr 2013 nur 5,5 % der Betriebe gelöscht.

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Zulassungsfreies Handwerk
Am Jahresende 2013 waren 26.093 Betriebe des zulassungsfreien Handwerks (Anlage B1 HwO) bei den Handwerkskammern im Land eingetragen. Das waren 805 Betriebe mehr als zu Jahresbeginn. Der prozentuale Anstieg blieb mit 3,2 % auf der Höhe des Vorjahres. Die ganz großen Wachstumsraten scheinen zehn Jahre nach der Novellierung der Handwerksordnung nun vorbei zu sein. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Eintragungen um 7 % auf 4.709. Die Löschungen stiegen sogar um acht % auf 3.904. Bezogen auf den Bestand wurde knapp jeder siebte Betrieb gelöscht. Auch im Jahr 2013 beschränkte sich die extreme Dynamik von Gründungen und Löschungen auf nur wenige Berufe. Den stärksten Zuwachs gab es mit einem Saldo von 272 Betrieben (+4,1%) bei den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern. Rund jede dritte der 1.350 Gründungen wurde von Personen aus seit 2004 zur EU beigetretenen Staaten durchgeführt. EU-Ausländer spielten bei Gründungen im diesem Beruf kaum eine Rolle. Das war bei den Gebäudereinigern ganz anders. Jeder fünfte der 1.370 gegründeten Betriebe gehörte einem Osteuropäer. 1.203 Betriebe dieses Handwerks wurden gelöscht. Das war – bezogen auf den Jahresanfangsbestand – jeder vierte. Viele Betriebe waren von Anfang an nicht auf Dauer angelegt. Anderen Gründern fehlte das unternehmerische Geschick, um den Betrieb gewinnbringend zu führen.
Insgesamt gab es 167 Gebäudereinigerbetriebe mehr als zu Jahresbeginn. Auch der Bestand an Raumausstattern stieg um 110 auf 3.196 Betriebe. In allen anderen Gewerken gab es keine wesentlichen Veränderungen. Die Spanne der Qualifikationen und Vorkenntnisse im zulassungsfreien Handwerk ist erfahrungsgemäß immens groß. Da bei der Eintragung keine Qualifikation mehr vorzuweisen ist, gab die Mehrzahl der Gründer auch keine an. Nur noch 2 % der Gründer gaben an, dass sie einen Meistertitel hätten.

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Handwerksähnliches Gewerbe
Im handwerksähnlichen Gewerbe (Anlage B2 HwO) waren Ende Dezember 24.042 Betriebe einge-tragen. Das waren 229 oder 0,9 % weniger als von einem Jahr. Damit war der Rückgang etwas stärker als vor einem Jahr. Obwohl bei den handwerksähnlichen Berufen auch keine Vorqualifikation gefordert ist, war die Fluktuation etwas geringer wie im zulassungsfreien Handwerk. Bezogen auf den Bestand wurden 12 % der Betriebe gelöscht. Wie im zulassungsfreien Handwerk fanden nennenswerte Veränderungen nur bei wenigen Berufen statt. Es waren 30 Kabelverleger im Hochbau (ohne Anschlussarbeiten) mehr eingetragen als zu Jahresbeginn. Ansonsten waren überwiegend Rückgänge zu verzeichnen. So ging die Anzahl der Montage-betriebe (Einbau genormter Baufertigteile) um 104.

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  Quelle: BWHT


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