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Deutsche Autofahrer meldeten die meisten Unfälle aus Italien

19.06.2018

35.266 Unfälle deutscher Autofahrer im europäischen Ausland in 2017. Gefährlichste Zeit Juni bis September. Gut vorbereitet auf den Ernstfall

Im vergangenen Jahr erhielt der Zentralruf der Autoversicherer 35.266 Meldungen über Auslandsunfälle von in Deutschland zugelassenen Autos mit Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen.

„Erneut ist mit 8,9 Prozent ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen“, erklärt Dr. Jens Bartenwerfer, Geschäftsführer der GDV Dienstleistungs-GmbH, die den in Hamburg ansässigen Zentralruf der Autoversicherer betreut. Spitzenreiter in Sachen Unfallhäufigkeit bleibt mit Italien eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen: 5.927 Mal krachte es dort mit Beteiligung deutscher Verkehrsteilnehmer. Das entspricht einer Zunahme von 7,4 Prozent. Auf Platz zwei rangiert Frankreich mit 5.371 Fällen (plus 6,4 Prozent) vor den Niederlanden, in denen deutsche Autofahrer 4.463 Mal (plus 6,7 Prozent) in einen Unfall verwickelt wurden. Österreich legte mit plus 6 Prozent ebenfalls zu und lag mit 3.745 Unfallmeldungen auf dem vierten Rang, deutlich vor Polen (2.804 Meldungen, plus 8,9 Prozent).

„Besonders in den direkten Nachbarländern kommt es häufig zu einem Crash. So machen die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, die Schweiz, Tschechien, Polen und Dänemark mit 21.695 Unfällen mehr als 60 Prozent der europäischen Gesamtfälle aus“, erklärt Bartenwerfer weiter. Einen geradezu erdrutschartigen Zuwachs gibt es aus Kroatien zu vermelden. Dort stieg die Anzahl der Unfälle um 34,3 Prozent auf 1.434 Fälle. Die Tschechische Republik lag ebenfalls deutlich über dem Trend: 1.278 Unfallmeldungen bedeuten eine Zunahme um 28,1 Prozent. In der Spitzengruppe ist alleine in Großbritannien ein Rückgang zu verzeichnen. Dort sank die Zahl um 0,5 Prozent auf 918 Unfälle im Jahr 2017.

Gefährlichste Zeit sind die Sommerreisemonate
„In den Sommerreisemonaten Juni bis September, die alleine 48,9 Prozent aller Unfälle ausmachen, ist eine gründliche Vorbereitung für den Fall der Fälle dringend notwendig“, rät Bartenwerfer. Dabei ist der August der mit Abstand unfallträchtigste Monat, 5.569 Meldungen bedeuten Platz eins vor September, in dem es immerhin noch 4.436 Mal zu Zusammenstößen kam. In Frankreich entfallen 50 Prozent der Unfälle auf die Hauptreisezeit, in Italien sind es sogar 60 Prozent. „Die Zunahme von Unfällen deutscher Verkehrsteilnehmer im Ausland ist alarmierend, dabei kann es jeden unverschuldet treffen. Deshalb empfehlen wir dringend, rechtzeitig vor dem Antritt der Urlaubsreise mit dem Pkw alle Unterlagen zusammenzustellen, die für eine schnelle Schadenabwicklung notwendig sind. Der Europäische Unfallbericht, die Grüne Karte und die Rufnummer des Zentralrufs der Autoversicherer (0800 25 026 00 aus dem Inland und +49 40 300 330 300 aus dem Ausland), die man vorsorglich ins Handy einspeichern sollte, sowie die europaweit einheitliche Notfallrufnummer 112 gehören in jedes Reisegepäck“.

Die wichtigsten Tipps rund um den Sommerurlaub mit dem Auto auf einen Blick
Europäischer Unfallbericht erleichtert die Unfall-Protokollierung
Die inhaltlich und grafisch standardisierte Form vereinfacht die Aufnahme eines Unfalls im In- und Ausland. Das Formular ist als Durchschreibesatz bei der Kfz-Versicherung bestellbar.

Erläuterungen und fremdsprachige Ausfüllhilfen zum Europäischen Unfallbericht
Unter www.gdv-dl.de/dienstleistungen/europaeischer-unfallbericht/ kann der Europäische Unfallbericht mit einer erläuternden Broschüre angefordert werden. Die Broschüre enthält Ausfüllhilfen in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch und Russisch.

Zentralruf der Autoversicherer hilft auch bei Unfällen im Ausland
Der Zentralruf der Autoversicherer hilft nicht nur in Deutschland unter der kostenfreien Servicerufnummer 0800 25 026 00, sondern auch bei Unfällen im europäischen Ausland schnell und zuverlässig weiter. Aus dem Ausland ist der Zentralruf unter der Rufnummer +49 40 300 330 300 montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Die Online-Auskunft www.gdv-dl.de/dienstleistungen/zentralruf-der-autoversicherer/online-auskunft/ des Zentralrufs der Autoversicherer kann auch bei Unfällen im Ausland genutzt werden.

Zentralruf ermittelt Schadenregulierungsbeauftragte für ausländische Versicherungen
In jedem EU-Land gibt es für jede Versicherung einen Ansprechpartner, den so genannten Schadenregulierungsbeauftragten. Kennt der Geschädigte die gegnerische Versicherung nicht, wird diese von einer Auskunftsstelle ermittelt. In Deutschland übernimmt der Zentralruf der Autoversicherer in Hamburg diese Aufgabe und benennt die jeweilige Versicherung und deren Ansprechpartner in Deutschland. Dieser Service erfolgt nicht nur für Länder der EU, sondern auch für die Schweiz sowie alle Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) – Island, Lichtenstein und Norwegen. Zu erreichen ist der Zentralruf der Autoversicherer innerhalb Deutschlands gebührenfrei unter der Rufnummer 0800 25 026 00 oder unter mobile.zentralruf.de.

Grüne Karte ist nach wie vor sinnvoll
Die Grüne Karte ist zwar in der EU nicht mehr vorgeschrieben, eine Mitnahme ist jedoch sinnvoll. Verlangt wird sie bei Fahrten in folgende Länder: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Russland, Serbien, Türkei, Tunesien, Ukraine und Weißrussland. Der Fahrzeughalter erhält sie bei seiner Kfz-Versicherung.

  Quelle: www.gdv-dl.de


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