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Deutsche Bahn baut für 1,8 Milliarden Euro Infrastruktur aus

05.04.2012

Deutsche Bahn baut für 1,8 Milliarden Euro Infrastruktur aus

Halle bekommt modernste Rangieranlage Deutschlands

-- Von Young-Sim Song --

mit Bild

Magdeburg (dapd-lsa). Die Deutsche Bahn will den Schienenverkehr in Sachsen-Anhalt bis 2017 für rund 1,8 Milliarden Euro ausbauen. Diese Zusage habe er mit großer Freude zur Kenntnis genommen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach einem Treffen mit Deutsche Bahn-Chef Rüdiger Grube am Mittwoch in Magdeburg. Sachsen-Anhalt sei aufgrund der geografischen Lage mitten in Europa einer der wichtigsten Partner der Deutschen Bahn, sagte der CDU-Politiker.

Der Güterverkehr des Landes sei mittlerweile mit 15 Millionen Tonnen im Jahr auf demselben Niveau wie in Baden-Württemberg. Auch die Fahrgastzahlen seien gestiegen, sagte Haseloff. So fänden hier auch wesentliche Infrastrukturprojekte statt.

Sachsen-Anhalt verfügt über ein Streckennetz von 2.000 Kilometern Länge mit 303 Bahnhöfen. 7.500 Menschen sind in Sachsen-Anhalt bei der Bahn beschäftigt, mit 310 Auszubildenden 40 Prozent mehr als noch 2009, wie die Bahn mitteilte.

Nur mit einer leistungsfähigen Eisenbahninfrastruktur könnten Nah- und Fernverkehrsangebote im Land noch besser verzahnt werden, sagte Bahnchef Grube. Allein in den Infrastrukturausbau im Raum Magdeburg würden bis 2019 rund 500 Millionen Euro fließen. Viele der Schienen seien über 100 Jahre alt und müssten dringend ersetzt werden.

Zwtl.: In vier Stunden von München nach Berlin

Im Herbst dieses Jahres soll auch der Bau einer 120 Millionen Euro teuren Zugbildungsanlage beginnen. Halle wird dann mit der modernsten Rangieranlage Deutschlands zur zentralen Anlaufstelle für den Schienengüterverkehr in Mitteldeutschland, sagte Grube.

Landesregierung und Bahnvorstand waren sich zudem einig über die hohe Bedeutung der rund 500 Kilometer langen Neu- und Ausbaustrecke von Nürnberg nach Berlin über Erfurt und Leipzig/Halle. Wenn die komplette Strecke bis 2017 frei sei, bräuchte es auch keinen Flugbetrieb mehr zwischen München und Berlin, sagte der Bahnchef. Eine Reisezeit mit dem Zug von maximal vier Stunden sei unschlagbar.

Im Bereich Sicherheit will der Konzern bis Ende 2012 zudem alle Strecken mit einem automatischen Bremssystem ausstatten. Nach dem Unglück von Hordorf wurde 2011 entschieden, die damals rund 3.000 Kilometer nicht ausgestatteter Strecken nachzurüsten. Die Regeln der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) schrieben dies lediglich bei Strecken ab einer zugelassenen Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern vor. Ende des vergangenen Jahres waren bereits mehr als 50 Prozent der betroffenen Strecken mit der Zugbeeinflussung ausgestattet.

Am 29. Januar 2011 waren bei Hordorf, ein Stadtteil von Oschersleben im Landkreis Börde, beim Zusammenstoß zweier Züge auf einer eingleisigen Strecke neun Fahrgäste und ein Lokführer ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Bildhinweis: 040412MAG106

dapd / ys / mwo /1

  Quelle: dapd


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