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Erddeponiemangel in Hessen treibt CO²-Emissionen in die Höhe

10.01.2020

Schwarz-grüne Landesregierung dringend zum Handeln aufgefordert

Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. (VbU) macht erneut deutlich, dass der seit Jahren zunehmende Entsorgungsengpass bei Erdaushub und Bauschutt enorme zusätzliche CO²-Emissionen erzeuge.

„Erdaushub, der 2015 von einer Baustelle in Bad Homburg noch einer Verwertung oder Deponierung im Rhein-Main-Gebiet zugeführt werden konnte, muss heute bis nach Wetzlar oder Koblenz gefahren werden“, so Bauunternehmer Thomas Reimann, Vorstandsmitglied im Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. und Vorstandsvorsitzender der ALEA AG aus Frankfurt am Main.

Das macht sich bei den Kosten für den Bauherrn schmerzlich bemerkbar: Nach Berechnungen der ALEA AG kostete 2015 die Entsorgung des Erdaushubs für die Baugrube eines Einfamilienhauses in Bad Homburg rund 28.000 Euro. Heute müssten u. a. durch den Transport sowie gestiegene Deponiekosten ca. 48.000 Euro dafür beim Häuslebau eingeplant werden.

„Baubetriebe aus ganz Hessen berichten uns von diesem größer werdenden Problem. Eine solch heftige Steigerung in so kurzer Zeit kann nicht nur durch den Bauboom sowie gestiegene Löhne erklärt werden. Sie erklärt sich durch erheblich gestiegenen Transportkosten, mehr Diesel aufgrund steigender Entfernungen zur Ablagerung sowie Kippgebühren“, so Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des VbU.

Erdaushub für ein Einfamilienhaus wird 13.000 km weit gefahren
Im dargestellten Beispiel von ALEA müssen für die Entsorgung von 1.600 m³ Boden, 100 Lkw rund 130 km weit fahren, um den Aushub fachgerecht zu entsorgen, also insgesamt 13.000 km. Ein Lkw verbraucht dabei je nach Alter und Gewicht ca. 30 Liter Diesel pro 100 km. Das ergibt im Mittelwert über 1 Tonne CO²-Emissionen und einen Transportweg, der einem Drittel des Erdumfangs entspricht – nur für eine einzige Baugrube. Beim derzeitigen Bauboom kann man sich nur schwer vorstellen, wieviel CO² durch die Entsorgung von Erdaushub und Bauschutt in Hessen insgesamt entstehen. Bau- und Abbruchabfälle machen mit ca. 220 Mio. t mehr als die Hälfte der Abfall-Mengen in Deutschland aus.

„Die Bauunternehmer sind keine Transportunternehmen und auch keine Entsorger. Sie wollen bauen und nicht die Straßen verstopfen. Leider ist dieser Weg nötig geworden, da in den vergangenen Jahren keine Erddeponien neu errichten wurden, viel mehr wurden diese reihenweise geschlossen. Eine ortsnahe Verwertung und Entsorgung ist somit kaum noch möglich und großräumige Transporte sind die Folge.

Das kostet nicht nur Zeit und Geld, sondern ist mit Blick auf die Umweltbelastungen durch den größeren CO²-Ausstoß nicht akzeptabel. Das ist ein deutschlandweites Problem, gerade aber in Hessen bei einer schwarz-grünen Landesregierung ein dringend zu behebender Zustand“, appelliert Rainer von Borstel nachdrücklich an die Politik.

„Der Widerstand der Politik gegenüber Erddeponien ist nicht verständlich. Es handelt sich um Erde, die jeder unter seinem Haus und in seinem Garten hat. Sie ist kein „gefährlicher Abfall“. Erst durch den Aushub wird sie zu „Abfall“ und muss somit entsorgt werden. Wir rufen dringend dazu auf, die Verwertung und Entsorgung zu vereinfachen, Deponien ortsnah zu bauen und anschließend zu renaturieren. Erdaushub aus Baumaßnahmen stellt in aller Regel für niemanden eine Gefahr dar“, verdeutlicht Rainer von Borstel abschließend.

  Quelle: www.bgvht.de


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