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Eurogate sieht pünktlichen Start von Tiefwasserhafen in Gefahr

19.04.2012

 

Verzögerung von bis zu einem halben Jahr möglich - Mängel an Kaje müssen behoben werden

-- Von Janet Binder --

Bremen (dapd-nrd). Wirbel um den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven: Der künftige Betreiber Eurogate sieht die pünktliche Inbetriebnahme von Deutschlands einzigem Tiefwasser-Containerterminal am 5. August in Gefahr. Wegen erheblicher Baumängel an der Spundwand könnte sich die Eröffnung des Hafens verzögern, sagte Eurogate-Gruppengeschäftsführer Emanuel Schiffer am Mittwoch in Bremen. Laut einem von Eurogate in Auftrag gegebenen Gutachten könnten die Sanierungsarbeiten bis zu sechs Monate dauern. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) sagte dagegen, der 5. August als Starttermin stehe fest.

Im Gutachten einer niederländischen Ingenieurbaufirma gebe es Zweifel am Sanierungskonzept der JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft für die Baumängel an der Kaje, sagte Schiffer. Statt einer vorgesehenen Betonmauer wäre eine Flügelwand die bessere Lösung, um die marode Kaje abzudichten. Dies würde auch schneller gehen. "Die Umsetzung des Sanierungskonzepts wird von unserem Gutachter nicht empfohlen", betonte Schiffer.

In den vergangenen Wochen war das ganze Ausmaß der Baumängel an der neu errichteten Kajenmauer Stück für Stück ans Licht gekommen. Die JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft spricht inzwischen von über 150 gebrochenen Verbindungsstücken. Wegen der notwendigen Sanierungsmaßnahmen könne der ab 5. Mai geplante Probebetrieb nur auf 400 Meter der 1.000 Meter langen Kaje erfolgen, hatte der Geschäftsführer der Realisierungsgesellschaft, Axel Kluth, am Dienstag mitgeteilt. Die Sanierungsarbeiten sollen bis Mitte Juli dauern.

Zwtl.: Eurogate: Für Probebetrieb komplette Kaje erforderlich

Schiffer sagte, für den Probebetrieb sei aber die komplette Länge erforderlich. Dies sei auch vertraglich zugesichert. 400 Mitarbeiter stünden bereit, alle Abläufe eines Hafenbetriebs zu testen. "Eine Probebetriebsphase ist erforderlich bei einer Anlage dieser Größenordnung", fügte Schiffer hinzu.

Im Mai sollten die ersten vier weltweit größten Containerbrücken einsatzbereit sein. Mitte Mai werden die nächsten vier von später insgesamt 16 Containerbrücken erwartet. Auf den zur Verfügung stehenden 400 Metern sei dafür aber kein Platz vorhanden, sagte Schiffer. Zudem habe die Versicherung bislang ihr grünes Licht für das Aufstellen der Brücken wegen der Baumängel an der Spundwand verweigert. Sie fürchtet um die Standfestigkeit. Die Genehmigung werde erst erteilt, wenn die Sanierungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen seien.

Die Kunden von Eurogate seien bereits verunsichert. "Das ist eine missliche Situation für uns", sagte Schiffer. Der "negative Touch" sei für die Vermarktung des Projekts "nicht gut". Schadenersatzforderungen oder juristische Schritte erwäge Eurogate aber nicht. Schiffer mahnte dringenden Gesprächsbedarf mit der JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft an. Über den stark eingeschränkten Probebetrieb habe er nur aus der Presse erfahren. "Es gibt viele Unklarheiten", fügte Schiffer hinzu.

Ministerpräsident McAllister sagte der "Nordwest-Zeitung" (Mittwochausgabe): "Am 5. August 2012 werden die ersten 1.000 Meter Kaje des einzigen deutschen Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven in Betrieb gehen. Dieser Termin steht fest."

dapd / T2012041851925 / jab / mwa /1

  Quelle: dapd


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