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Gefahren im Alpenraum in den Griff bekommen

25.03.2014

Die Kongressmesse für alpine Infrastruktur wächst konstant und soll zur Sensibilisierung in der Bevölkerung beitragen. Nach dem Winter 2013/14, der wärmste seit der offiziellen Wetteraufzeichnung, wächst der Informationsbedarf. Salzburg wird zum Hotspot für die Fachwelt in den Bereichen Naturgefahrenmanagement, Bergwaldbewirtschaftung und Hochwasserschutz.

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Foto: © Braun / Land Salzburg

Wie man besiedelte Gebiete besser vor Naturkatastrophen schützen kann, welche wichtige Rolle ein gesunder Schutzwald dabei einnimmt und wie Wald und Kleinwasserkraftwerke auch ökonomisch erfolgreich gemanaget werden können, darüber informierten die „Kongressmessen für alpine Lebensraumsicherung“, die seit Mittwoch im Messezentrum Salzburg stattfanden und Freitag zu Ende gingen. 60 Referenten setzten sich mit den Herausforderungen des alpinen Raums auseinander. Bei den drei parallel stattfindenden Messen – der acqua alta alpina, der hydropower alpina und der forst austria alpina - wurden neueste Technologien und Forschungsergebnisse vorgestellt, die das Arbeiten und Leben in Gebirgsregionen erleichtern und sicherer machen. „Das Thema Sicherheit vor Naturkatastrophen ist vor allem im Alpenraum sehr aktuell. Aber auch die ökonomische Seite eines Schutzwaldes und von Kleinwasserkraftwerken spielen bei den Eigentümern und Betreibern eine wichtige Rolle. Das spiegelte sich deutlich im großen Interesse der Besucher“, zieht Messezentrum-Chef Dipl.-Kfm. Henrik Häcker ein erfolgreiches Resümee über die Kongressmessen. Die Fachmesse zur alpinen Lebensraumsicherung wird künftig im Zwei-Jahres Rhythmus abgehalten. Bei den drei parallel abgelaufenen Kongressmessen konnten rund 1500 Fachbesucher begrüßt werden. Das Kongressprogramm ist auf reges Interesse gestoßen.

Etwa 250.000 Häuser stehen in Österreich in roten oder gelben Lawinen- und Wildbachzonen. Für die Experten liegt die Herausforderung meist darin, die beste Kombination an komplexen Schutzmaßnahmen für die bedrohten Gebiete zu finden. 150 Millionen Euro werden durchschnittlich jährlich in die Wildbach- und Lawinenverbauung und rund 600 Millionen pro Jahr in den präventiven Hochwasserschutz investiert. „Das Problem ist, dass ein hoher Grad an Unsicherheit bleibt. Ob die Maßnahmen tatsächlich in vollem Ausmaß wirken, sieht man, wenn es zum Ernstfall kommt“, so Johannes Hübl vom Institut für alpine Naturgefahren an der BOKU in Wien. Als wirksame Maßnahme hat sich etwa die Aufforstung von Rutschungsflächen sehr bewährt. Daneben werden auch immer wieder pflanzliche Baustoffe zur Hangverbauung eingesetzt. Schließlich gibt es noch eine Vielzahl an technischen Sperren und Ablenkdämmen, mit denen das Geröll und Wasser zurückgehalten oder an Siedlungen vorbeigelenkt werden kann.

Der Tag des Wasserkraftlandes Salzburg in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Salzburg sorgte am Mittwoch sowohl in der Messe als auch beim Kongress für großen Besucherandrang; vor allem Inhaber von Kleinwasserkraftwerken. Innovative Forschung prägte das Kongressprogramm. Kleinwasserkraft hat als erneuerbare Energie wieder Konjunktur.

Nur ein gut bewirtschafteter Schutzwald wird seiner Funktion gerecht und schützt vor Steinschlägen, Lawinen und Vermurungen. Etwa 20 % der österreichischen Waldfläche ist ein Schutzwald, der pro Jahr rund 600 Millionen Euro an technischen Verbauungen erspart. Daher ist der Bergwald für die Bevölkerung sehr wichtig. Insgesamt sind fast 50 Prozent der Bundesfläche Österreichs von Wald bedeckt. Über 300.000 Menschen beziehen ihr Einkommen aus der Wertschöpfungskette Holz. Zudem sichert der Wald Trinkwasserreserven und ist Luftreiniger und Erholungsort. Allerdings ist laut Markus Sommerauer von der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurskonsulenten „die Wahrnehmung und Würdigung des Bergwaldes in der Öffentlichkeit stark verbesserungswürdig“, wie er in seinem Vortrag ausdrückte.

Am Freitag ging auch der zweite jugendKLIMAgifpel im Rahmen der Kongressmessen zu Ende. Die jungen Teilnehmer haben in einem eineinhalb Tage dauernden Workshop über Möglichkeiten der effizienten Einbindung von Social Media im Katastrophenmanagement unter der Leitung von Dr. Stefan Kienberger diskutiert. Bei der Ergebnispräsentation wurden einer Expertengruppe aus Feuerwehr, Land Salzburg und Euregio die Konzepte zur Akquirierung von zivilen Einsatzkräften mittels Social Media präsentiert.

Bei einem Informationsgespräch am Freitag betonte Landesrat DI Dr. Josef Schwaiger: „Wir wollen den bestmöglichen Schutz für die Menschen erreichen. Dazu gehört der intakte Schutzwald genauso wie der Hochwasserschutz an einem Fluss. Dieses neue Naturgefahren-Management beginnt als bei Aufforstungsprojekten und reicht bis hin zur Errichtung wichtiger Schutzbauten. Zukünftig werden als forsttechnische Aktivitäten des Landesforstdienstes, Projekte der Wildbach- und Lawinenverbauung und der Bundeswasserbauverwaltung noch stärker aufeinander abgestimmt.“

  Quelle: www.messezentrum-salzburg.at


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