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Grenzübergreifende Zusammenarbeit im Kampf gegen Wirtschaftsspionage

09.02.2018

Bedrohungen für Unternehmen durch Wirtschaftsspionage und -sabotage machen vor Staatsgrenzen keinen Halt. Daher ist es notwendig und angebracht, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes und das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz wollen gemeinsam die Idee fortentwickeln, Unternehmen auch im Ausland zu erreichen. Hierzu weisen beide Dienste in einer gemeinsamen Artikelserie auf bestimmte Bedrohungen für die Wirtschaft hin und stellen ihre Präventionsangebote vor.

Rund um den Globus geniessen schweizerische und deutsche Hochtechnologieprodukte einen sehr guten Ruf. Know-how und Innovationsfähigkeit hiesiger Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind Schlüsselfaktoren der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften Deutschlands und der Schweiz. Sie bilden die Grundlage einer internationalen Spitzenreiterrolle in vielen Wirtschafts- und Forschungsbereichen.

Dieses Know-how zieht nicht nur das Interesse von Konkurrenzunternehmen auf sich, sondern auch dasjenige ausländischer Staaten. Für viele ausländische Nachrichtendienste gehört die Ausforschung fremder Wirtschaftsunternehmen zu den Kernaufgaben. Ziel ist es, die technologische Entwicklung der eigenen Volkswirtschaft durch nachrichtendienstlich erlangte Kenntnisse aus ausländischen Unternehmen zu unterstützen (Wirtschaftsspionage). Solche Informationen werden nicht mehr nur mit klassischen Methoden der Spionage beschafft, sondern infolge der Digitalisierung vielfach mit Mitteln aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (Cyberspionage). Für das betroffene Unternehmen sind die Konsequenzen eines Spionageangriffs nicht vernachlässigbar: finanzielle Einbussen, Marktanteilverlust, Reputationsschäden – um nur einige zu nennen. Unternehmenssicherheit und Know-how-Schutz sind grundsätzlich Aufgaben der Unternehmen selbst. Die Sensibilisierungsprogramme des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB) und des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) können hierbei aber Unterstützung bieten.

Schweiz: Präventions- und Sensibilisierungsprogramm Prophylax
Mit dem 2004 ins Leben gerufenen Programm Prophylax sensibilisiert der NDB in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Nachrichtendiensten schweizerische Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen für die von Spionage und Proliferation ausgehenden Bedrohungen. Im Rahmen eines vertraulichen Gesprächs erläutert der NDB dabei auch die Cyberbedrohung und zeigt dem Unternehmen mögliche Schutzmassnahmen auf. Das Programm verfolgt das Ziel, die Kontrolle von Exporten kritischer und proliferationsrelevanter Güter (namentlich Dual-use-Güter) und Technologien zu stärken, indem illegale Beschaffungsaktivitäten frühzeitig erkannt und verhindert werden. Denn insbesondere sogenannte Risikostaaten sind auf solche Güter oder das für deren Entwicklung benötigte Know-how angewiesen, um ihre Massenvernichtungswaffenprogramme voranzutreiben. Proliferation und Wirtschaftsspionage sind eng miteinander verknüpft. Der NDB sensibilisiert daher auch Unternehmen und Institutionen, damit diese im Umgang mit schützenswerten Informationen umsichtiger werden und so ungewolltem Informations- und Datenabfluss vorbeugen.

Neben Vorträgen und persönlichen Sensibilisierungsgesprächen steht interessierten Unternehmen und Personen unter www.ndb.admin.ch die Prophylax-Broschüre mit Informationen über Wirtschaftsspionage und Proliferation sowie Ratschlägen für die Benutzung von elektronischen Geräten auf Auslandsreisen zur Verfügung. Hier sind auch der Kurzfilm über Wirtschaftsspionage und die dazugehörigen Erläuterungen zu finden: „Im Visier“ zeigt die Methoden, die ausländische Nachrichtendienste einsetzen, um an vertrauliche Informationen und Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen zu gelangen.

Wirtschaftsschutz in Deutschland: „Prävention durch Dialog und Information“
Das BfV unterstützt mit seinen Erkenntnissen und Analysen deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Seit 2008 bündelt der Wirtschaftsschutz im BfV in einem dienstleistungsorientierten Ansatz die Erkenntnisse aus allen Beobachtungsbereichen im Hinblick auf den Schutz der Wirtschaft. Dazu gehört in erster Linie die Abwehr nachrichtendienstlicher oder anderweitig staatlich betriebener Ausforschung von Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen. Daneben bietet das BfV auch wirtschaftsspezifische Informationen aus allen sonstigen Tätigkeitsbereichen, insbesondere zu Radikalisierung, Extremismus, Terrorismus und Islamismus. Das BfV arbeitet im Wirtschaftsschutz mit nationalen und internationalen Partnern sowie den Landesbehörden für Verfassungsschutz zusammen. Sein Ziel ist es, den präventiven Wirtschaftsschutz stetig zu verbessern, damit sich Unternehmen in Deutschland effektiv gegen die rasch wandelnden internationalen Bedrohungen rüsten können. Dazu steht das BfV in engem Austausch mit Wirtschaftsverbänden, Industrieunternehmen und Sicherheitsexperten. Denn: Ein erfolgreicher Wirtschaftsschutz kann nur im Dialog gelingen. Das BfV beteiligt sich massgeblich an der „Initiative Wirtschaftsschutz“, einem Verbund von Staat und Wirtschaft für mehr Sicherheit in den Unternehmen. Die Initiative bündelt die Expertise von Staat und Wirtschaft zum Wirtschaftsschutz. Zentrales Kommunikationstool der Initiative ist das gemeinsame Informationsportal www.wirtschaftsschutz.info.

Das Wirtschaftsschutzreferat des BfV beantwortet gerne Ihre Fragen zu Informations- und Sensibilisierungsangeboten und ist Ihr kompetenter Ansprechpartner bei jedem Verdacht auf analoge oder digitale Wirtschaftsspionage und Wirtschaftssabotage.

  Quelle: www.handelskammerjournal.ch/de www.handelskammer-d-ch.ch


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