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Größter Hebel liegt im Einkauf

02.08.2019

Nachhaltigkeit:

Der Einkauf sitzt an den Schalthebeln für Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen. Konkret möglich sind auf der ökologischen Seite neben einer Minimierung des Ressourcenverbrauchs im Einkaufsprozess der Bezug erneuerbarer Energien oder die Vermeidung von Gefahrstoffen in der Produktion.

Die soziale Dimension wiederum adressiert Menschenrechte entlang aller Stufen der Wertschöpfungsketten, Arbeitsbedingungen, Entlohnung, Bildung oder Generationendenken. All das kann der Einkauf mit seinen Entscheidungen mit beeinflussen, zeigt das aktuelle Schwerpunktthema des BME-Fachmagazins BIP-Best in Procurement auf.

Unternehmen wie Evonik, Airbus und VW sowie der Mittelständler Dibella gehen zielstrebig in diese Richtung. Gemeinsam mit 22 weiteren Unternehmen ist Evonik etwa Mitglied in der Brancheninitiative „Together for Sustainability“. Nachhaltigkeitsleiter Stefan Haver sieht insbesondere den Einkauf als Schnittstelle für ein stärkeres Umweltbewusstsein. „Wir haben erkannt, dass der Einkauf den größten Impact für Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen hat.“

Flugzeugbauer Airbus hat unter dem Namen „Supplier Responsibility and Sustainability“ ein System der Lieferantenentwicklung aufgesetzt. Teil der Bewertung sind eine Risikoabschätzung der Lieferanten hinsichtlich Nachhaltigkeit oder das Nachhaltigkeitsengagement potenzieller Lieferanten. „Ich kann nur sagen, dass unsere Produkte nachhaltig sind, wenn wir uns auch um die 80 Prozent der Wertschöpfung in der Supply Chain kümmern“, erklärt Matthias Gramolla, Head of Airbus Procurement Responsibility and Sustainability.

Evonik führt ebenfalls bereits regelmäßig Wertschöpfungskettenanalysen durch. Gemischte Teams durchleuchten für einzelne Produktgruppen und Geschäftsbereiche des Unternehmens die Wertschöpfung von der Rohstoffquelle bis hin zum Recycling. Seit 1. Juli bewertet Volkswagen die Nachhaltigkeitsperformance der Lieferanten in den Bereichen Umwelt, Soziales und Integrität. Nur mit einem positiven Rating ist die Vergabe möglich.

Auch im Mittelstand ist eine nachhaltige Wertschöpfungskette durchaus machbar. Das Textilunternehmen Dibella hat die Lieferkette vom Kleinstbauern der Baumwolle bis zum Hotelgast, der die Textilien benutzt, visualisiert und dann Schritt für Schritt in einzelnen Stufen entwickelt. Geschäftsführer Ralf Hellmann betont aber gleichsam, dass Nachhaltigkeit im ersten Schritt immer mit höheren Preisen verbunden ist: „Das ist Fakt.“

Doch das bedeutet keine Sackgasse: Ein Ausweg aus der Preisspirale sind Sozialschulungen beim Lieferanten, die die Produktivität steigern können. „Oft lassen sich beim Lieferanten gemeinsam auch bestehende Prozesse verbessern, sodass einer Preiserhöhung entgegengewirkt werden kann“, erklärt Yvonne Jamal, Vorstandsvorsitzende vom Jaro-Institut e.V. Andere Einkäufer wiederum verabschieden sich punktuell vom Preisdiktat. So wird Nachhaltigkeit neben Qualität, Lieferzeit und Kosten zum Performance-Kriterium.

  Quelle: www.bme.de


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