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Gute Insellösung durch Klebetechnik

10.12.2015

Zeitsparende und optisch ansprechende Herstellung von Fahrbahnteilern

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Links, der neue Fahrbahnteiler entlang der Zeppelinstraße in Bad Homburg. Rechts im Hintergrund der Neubau der Hochtaunuskliniken.

Verkehrsinseln sind in der Fahrbahn liegende abgegrenzte Flächen, die in der Regel nicht befahren werden dürfen. Sie dienen der Trennung von gegenläufigen Verkehrsströmen an Gefahrenstellen wie Einmündungen oder Knotenpunkten und ermöglichen Fußgängern ein leichteres Überqueren der Straße. Viele Verkehrsinseln sind erhöht und werden mit Hilfe von Bordsteinen von der Fahrbahn abgegrenzt. Für den Bau derartiger Fahrbahnteiler suchen Planer immer wieder nach wirtschaftlichen Alternativen zur zeit- und kostenintensiven konventionellen Bauweise, bei der erst die Borde gesetzt werden und erst dann die Fahrbahn asphaltiert werden kann. Die Stadt Bad Homburg setzt seit einigen Jahren auf das System der Bordstein-Klebetechnik. Jüngstes Beispiel für eine zeitsparende und optisch ansprechende Herstellung von Fahrbahnteilern ist die Sanierung einer Landesstraße im Zuge der Verkehrsanbindung an den Neubau der Hochtaunusklinik.

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Saubere Arbeit: Mit der Bordstein-Klebetechnik lassen sich optisch ansprechende Verkehrsinseln auf sehr wirtschaftliche Art und Weise herstellen.

In den Jahren 2010 bis 2014 entstand am Ortsrand der gut 50.000 Einwohner zählenden Stadt im Hochtaunuskreis auf etwa 70 Hektar der Neubau der Hochtaunuskliniken. Im Rahmen dieses rund 80 Millionen Euro teuren Bauwerks standen die Stadtplaner vor der Aufgabe, für eine ordnungsgemäße Verkehrsanbindung des Klinikums zu sorgen. Markus Philipp vom Amt für Straßenbau in Bad Homburg vor der Höhe schildert die Baumaßnahme: „Im Zuge des Klinikneubaus sollte die Zeppelinstraße auf Höhe des Klinikums und gegenüber dem Landratsamt einschließlich ihrer Gehwege umgebaut und erweitert werden. Ebenso war für diese Landesstraße eine Zufahrt zum Klinikneubau zu erstellen. Hierfür sollte eine neue T- Einmündung gebaut werden. Im Zuge dieser Maßnahme und aufgrund von Fahrbahnverbreiterungen war es vorgesehen, dass vorhandene Fahrbahnteiler weggerissen und gegen neue eingetauscht werden.“

Straße kann in einem durchasphaltiert werden
Hierbei setzten die Planer ganz bewusst nicht auf die konventionelle Bauweise, bei der erst die Borde gesetzt und erst dann die Fahrbahn asphaltiert werden kann. Markus Philipp erklärt die Gründe: „Der herkömmliche Einbau von Bordsteinen zur Anlage der insgesamt etwa einen Kilometer langen Fahrbahnteiler hätte erhebliche Aufgrabungen erforderlich gemacht und damit eine sehr kosten- und zeitintensive Lösung dargestellt. Eine wirtschaftliche Alternative hierzu bietet die Bordstein-Klebetechnik aus dem Betonsteinwerk Meudt aus Wallmerod. In unserer Stadt haben wir mit dieser Technik bereits seit einigen Jahren sehr gute Erfahrungen gesammelt. Bei dieser Bauweise kann zunächst die Straße asphalttechnisch in einem Zuge komplett neu aufgebaut werden. Der große Vorteil besteht darin, dass auch die Stellen, die später für die Fahrbahnteiler vorgesehen sind, in einem Zuge mit durchasphaltiert werden können. Um die Verkehrsinseln zu erstellen, werden dann einfach nachträglich die erforderlichen Bordsteine – bei Inseln meistens Flachborde – auf die fertige Asphaltschicht geklebt.“

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Passt genau: Durch den werkseitigen Schneideprozess werden die sonst üblichen fertigungsbedingten Höhenschwankungen bei den Bordsteinen eliminiert und damit die Steine für die Verklebung sozusagen kalibriert. Maßtoleranzen sind damit nahezu ausgeschlossen.

Klebetechnik spart Arbeitszeit
Zuvor werden die Steine bereits im Betonwerk auf eine exakt gleiche Bedarfshöhe geschnitten. Nach Reinigung der Fahrbahn wird in einem Dünnbettklebeverfahren 2-K-Kunststoff auf der Asphaltfahrbahn aufgebracht und die Bordsteine mit der geschnittenen Seite verklebt. „Dieses Verfahren bietet eine ganze Reihe an Vorteilen“, erklärt Philipp. „Da wir die Flächen in einem durchasphaltieren können und ein mühsames Aufgraben vermieden wird, sparen wir etwa 25 % an Arbeitszeit im Vergleich zur konventionellen Bauweise. Ein weiterer Vorteil liegt in den exakten Maßen der Steine. Durch den werkseitigen Schneideprozess werden die sonst üblichen fertigungsbedingten Höhenschwankungen bei den Bordsteinen eliminiert und damit die Steine für die Verklebung sozusagen kalibriert. Maßtoleranzen sind damit nahezu ausgeschlossen.“ Ein weiterer Punkt: Dank zahlreicher Radien und Formsteine, die das Sortiment aus dem Hause Meudt umfasst, können die zu realisierenden Inseln und Begrenzungsbereiche nahezu ohne Schneideaufwand realisiert werden. „Dies spart uns viel Zeit und ermöglicht eine sehr professionelle Ausführung“, erklärt Philipp.

Weiße Flachbordsteine bieten sehr gute Verkehrsleitwirkung
Eine wichtige Aufgabe von Verkehrsinseln ist auch deren Verkehrsleitwirkung. Die mit einem Weißbetonvorsatz versehene und zusätzlich mit weißer Acryl-Farbe beschichtete Oberfläche der an der Zeppelinstraße verbauten Flachborde im Format 20 x 25 cm (alte Bezeichnung F 10) sorgt für eine deutlich bessere Wahrnehmbarkeit im Vergleich zu einer Lösung aus herkömmlichen grauen Bordsteinen. Auf diese Weise wird Verkehrsteilnehmern deutlich und rechtzeitig die veränderte Verkehrssituation angezeigt. Markus Philipp erklärt: „Dank der auffälligen Optik erreichen wir mit den hellen Flachbordsteinen eine sehr gute Verkehrsleitwirkung und obendrein wirken die Inseln auch optisch sehr ansprechend.“

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Im Schnitt ist der Weißvorsatz gut zu erkennen. Er sorgt für eine gute Verkehrsleitwirkung der Flachbordsteine.

Fotos: Hermann MEUDT Betonsteinwerk GmbH

  Quelle: www.meudt-betonsteinwerk.de


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