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Heller Kubus auf dunklem Grund

13.09.2018

Außenanlagen der Kunsthalle Mannheim mit speziellem Pflastersystem befestigt

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Der derzeit größte Neubau eines Kunstmuseums in Deutschland entstand für 68,3 Mio. € am Friedrichsplatz in Mannheim. Die neu gestaltenden Flächen rund um das Museum orientieren sich dabei in der Formensprache an dem extravaganten Hochbau.

Seit über 100 Jahren ist die Kunsthalle Mannheim ein prägender Baustein der deutschen Museumslandschaft. Deutschlandweit zählt sie mit Werken von Édouard Manet bis Francis Bacon und einem Skulpturenschwerpunkt zu den renommiertesten bürgerschaftlichen Sammlungen der deutschen und internationalen Moderne bis zur Gegenwart. Das Museum verfügt über zwei Gebäudetrakte. Nachdem bereits in den Jahren 2010 bis 2013 das Jugendstilgebäude generalsaniert wurde, sprach sich die Leitung der Kunsthalle im Jahre 2011 dafür aus, den angrenzenden 30 Jahre alten maroden Mitzlaff-Bau abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, denn auch der darunter liegende Tiefbunker, der als Kunstlager diente, wies gravierende bauliche Mängel auf, so dass eine Sanierung nicht in Frage kam. Die Besonderheit an dieser Maßnahme zeigt sich nicht nur in der Architektur des Neubaus, sondern auch der Gestaltung der Außenanlagen.

Architektonisch stellt der Neubau, der von der Hamburger Architektensozietät gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner entworfen wurde ein echtes Meisterstück dar. Auf ca. 13.000 Quadratmetern Nutzfläche zeigt die Kunsthalle ihr neues Konzept als „Museum in Bewegung“ in einer „Stadt in der Stadt“. Zehn Kuben im Neubau erwarten die Besucher mit bekannten Meisterwerken. Bereits im Foyer wird man überwältigt. Ein stattlicher Museumsbau, der doch nicht monumental wirkt, weil vom Atrium Galerien, Brücken und Terrassen abgehen und sich spannende Sichtachsen ergeben. Statt einen Parcours abarbeiten zu müssen, kann man die Tour nach eigenem Gusto zusammenstellen, weil die insgesamt 13 Kuben autonom bespielt werden. Hier geht es um Krieg, dort um die Figur – mit George Segals „Man in a Deck Chair Drinking“ (1967), einem Kerl aus Gips im Campingstuhl, oder einer Figur von Kristof Kintera, einem Jungen, der seinen Kopf wieder und wieder an die Wand schlägt.

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Die Verbindung von alt und neu gelingt bei der neuen Kunsthalle in Mannheim.

Flächen als Bindeglied für gegensätzliche MuseumsgebäudeEine wichtige Aufgabe bestand für die Planer auch darin, den Neubau mit dem Jugendstilbau zu verbinden. „Genau an dieser Stelle kam die Leitidee des Wettbewerbsentwurfs für die Außenanlagen zum tragen“, geplant und entwickelt vom Landschaftsarchitektenbüro RSLA aus München, formulierte Dipl.-Ing. Rainer Gehrig, der von der MVV Regioplan GmbH aus Mannheim für die Projektüberwachung vor Ort zuständig war. Die etwa 7.000 m² großen Außenanlagen waren das geeignete Instrument, um die beiden so gegensätzlichen Museumsgebäude zu einer Einheit zusammenführen. Hierfür war ein einheitlicher Pflasterbelag gefordert, der auch für die unterschiedlichen Belastungsklassen geeignet ist, in einheitlicher Optik und unter Materialität. So sollte erreicht werden, dass alles wie aus einem Guss wirkt. Ebenso war es gewünscht, dass der nachts hell illuminierte Kubus des Neubaus sich von einer dunklen Fläche deutlich abhebt“, so Gehrig

Geometrische Formen
Auch Formen spielten bei dem Neubau und seinen umgebenden Freiräumen eine besondere Rolle. Beides ist geometrisch aufgebaut. Diese Geometrie nimmt die Zugänge und Zufahrten (Tiefgarage) zum Gebäude integrativ auf und strukturiert zugleich eine Belebung des umgebenden öffentlichen Raumes durch Eingangsöffnungen. Der Haupteingang liegt in einem nur Fußgängern zugänglichen Bereich am Friedrichsplatz. Ebenerdige Stellplätze für Besucher werden in zwei umgebenden Straßen angelegt. Grünflächen und ergänzende Großbaumpflanzungen markieren und vervollständigen innerhalb dieser funktionalen Fassung einen raumbildenden „grünen Rahmen“ für die Architektur.

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Dank einer integrierten Fugentechnik auf Basis der Einstein-Pflastertechnologie, wird die Normfuge stets eingehalten und extrem gleichmäßig ausgeprägt. Die durchgehenden Fugen verlaufen daher wie gewünscht absolut geradlinig.

Einsteinpflaster mit besonderer Oberflächenwirkung
Um die Anforderungen an Geometrie und Oberflächenwirkung zu erfüllen, entschieden sich die Planer für den Pflasterbelag „CombiStabil“ im Format 40 x 20 cm aus dem Hause Beton Pfenning. Extra für dieses Objekt fertigte der Betonsteinhersteller aus Lampertheim dieses Pflaster aus der Einstein-Produktfamilie mit einem besonders feinen anthrazitfarbigen Natursteinvorsatz und einem speziellen Glimmer-Effekt. „Mit diesem Material erhalten die Flächen rund um das Museum eine sehr edle Oberflächenwirkung“, so Gehrig. „Wenn das Gebäude nachts illuminiert wird, dann glitzern auch die Flächen davor. Verlegt wurden die Steine im Reihenverband um 1/3 versetzt, was bewirken soll, dass die Geometrie des Neubaus auf die Flächen übertragen wird.“

Integrierte Fugentechnik sorgt für optimale Fugenausprägung
Ein weiterer Grund, der für das CombiStabil-Pflaster sprach: „Besonders wichtig war es uns, dass die insgesamt etwa 5.700 Quadratmeter großen Flächen dezent in den Hintergrund treten. Daher haben wir großen Wert auf ein besonders ruhiges Fugenbild gelegt“, so Gehrig. Das verwendete Pflastermaterial erfüllt nicht nur wegen seines relativ großen Formates genau diese Anforderung. Dank einer integrierten Fugentechnik auf Basis der Einstein-Pflastertechnologie, wird die Normfuge stets eingehalten und extrem gleichmäßig ausgeprägt. Die durchgehenden Fugen, die der hier verwendete Reihenverband mit sich bringt, verlaufen daher wie gewünscht absolut geradlinig. Die Existenz einer ordentlichen Fuge bietet aber noch einen weiteren Vorteil: Sie gewährleistet eine optimale Kraftübertragung zwischen den Steinen und sorgt somit dafür, dass Schub- und Horizontalkräfte von Fahrzeugen abgepuffert und gleichmäßig in die Tragschichten weitergeleitet werden. Hierzu Rainer Gehrig: „Die Flächen rund um das Museum dienen auch zur Anlieferung und werden durchaus auch von schwereren Fahrzeuge befahren. Dann ist es von großem Vorteil, wenn sich die 12 cm dicken Steine unter der Belastung nicht verschieben.“

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Auch vor dem Jugendstilgebäude des Karlsruher Architekten Hermann Billing wurde das Pflastersystem CombiStabil aus dem Hause Pfenning verlegt.
Fotos: Einstein-Fugentechnik

Am 1. Juni 2018 wurde der derzeit größte Neubau eines Kunstmuseums in Deutschland feierlich eröffnet. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 68,3 Millionen Euro. Alleine 50 Millionen Euro spendeten der SAP-Gründer Hans-Werner Hector und seine Frau. Daher erklärt sich auch der Name für das zukunftsweisende Gebäude am Friedrichsplatz „Hector-Bau“.

  Quelle: www.wellermarketing.de


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