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Im Einklang mit Umgebung und Geschichte

05.05.2014

Barockstadt Fulda: Neugestaltung mit Muschelkalk

 

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Universitäts- und Borgiasplatz in Fulda sind das Bindeglied zwischen der historischen Altstadt und dem Gründerzeitviertel. Die Neugestaltung stand ganz in der Tradition von Sep Ruf, der das Areal vor allem mit dem Karstadtgebäude maßgeblich prägte.

Foto: TRACO

Bei der Neugestaltung öffentlicher Plätze steht nicht nur der Modernisierungsaspekt im Vordergrund. Auch in das historische Stadtbild und die unmittelbare Umgebung müssen sich solche Projekte bestmöglich einfügen. Besonders deutlich zeigen sich diese Anforderungen in der Barockstadt Fulda, wo der Universitäts- und Borgiasplatz einer Aufwertung unterzogen wurden. Das Areal nimmt als Bindeglied zwischen der historischen Altstadt und dem Gründerzeitviertel eine wichtige Stellung innerhalb der Stadt ein.

Bereits Anfang der 1960er Jahre wurde dort eine Neugestaltung durchgeführt, für die der Münchener Architekt Sep Ruf maßgeblich verantwortlich war. Obwohl er stark vom Bauhaus-Stil geprägt war, strebte er stets eine Harmonie mit der Umgebung an. Bestes Beispiel dafür ist das Karstadtgebäude, das den Platz dominiert. Trotz der modernen Architektur fügte es sich in das Stadtbild ein, was vor allem auf die Flächengliederung und die Verwendung von Naturstein zurückzuführen ist. Da die marode Tiefgarage des denkmalgeschützten Baus saniert werden musste, entschied sich die Stadtverwaltung, das gesamte Areal aufzuwerten. Mit der Aufgabe, die Funktion der Plätze als ruhigen Aufenthaltsort inmitten der City zu verstärken und denkmalpflegerische Aspekte dabei zu berücksichtigen, wurden die Planergruppe Oberhausen sowie Reith+Wehner Architekten betraut.

Als logische Konsequenz wurde die ursprüngliche Gestaltung von Sep Ruf fortgeführt. Der Bodenbelag gliedert sich in Anlehnung an das markante Raster des Karstadtgebäudes und besteht aus Kohlplatter Muschelkalk. Dabei handelt es sich um einen besonders ausdrucksstarken Stein mit ausgeprägter Bankung, die auf den lagenweisen Eintrag feiner Kalkschlämme und der Vermischung mit Schalentrümmern aus Flora und Fauna vor etwa 230 Millionen Jahren zurückzuführen ist. Auch die Fontänenfelder und Sitzbänke bestehen aus dem hellen Naturstein. Letztere orientieren sich an einer von Max Wehberg entworfenen Serie klassisch-moderner Garten- und Landschaftsmöbel, die zahlreiche Elemente wie Tische, Abfall- und Pflanzenbehälter, Poller und Designobjekte umfasst.

Auf der Suche nach einem zuverlässigen Natursteinhersteller wurde man bei Traco fündig. Das thüringische Unternehmen, für das Wehberg seine Möbelserie entwarf, ist spezialisiert auf heimische Steinklassiker wie Muschelkalk, Travertin und Sandstein. Mit einer Erfahrung von über 100 Jahren und über einem Dutzend eigenen Steinbrüchen in ganz Deutschland besitzt Traco die Reputation, die für ein kulturhistorisches Projekt in dieser Größenordnung notwendig ist.

Die neu verlegten Muschelkalkplatten, jede von ihnen 10 cm dick, umfassten eine Fläche von 6.300 m². Dank der LED-Leuchten, die in die Fontänen und Bänke integriert wurden, erstrahlt der Stein nach Einbruch der Dunkelheit in einem warmen Glanz.

  Quelle: www.schaal-trostner.de


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