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Innenausbau

19.02.2018

von Andreas Klose

Ganz offensichtlich wird von den meisten unterschätzt, was für eine hohe Kunst der Innenausbau wirklich darstellt; von der Planung über die Koordination der Gewerke bis zur sachgerechten Ausführung. Schließlich soll mit dem Ergebnis der Bauherr so zufrieden sein wie der Architekt und die Baubehörde.

Es gibt viel zu beachten
Der Innenausbau eines Gebäudes bestimmt wesentlich seine Funktionalität und Behaglichkeit, nicht nur bei Wohnraum. Viele Gewerke treffen hier aufeinander. Gilt es doch Putz, Estrich, Fliesen, Oberböden, Heizungen, Sanitäreinrichtungen, Elektroinstallationen und noch vieles mehr entsprechend der vorgesehenen Bestimmung und dem aktuellen technischen Stand auszuführen. Und das immer eingezwängt in einem engen zeitlichen Korsett. Dabei müssen die einzelnen Gewerke und ihr Schaffen koordiniert werden, damit der Elektriker nicht über den feuchten Estrich läuft. Eine planerische Herausforderung für den Hochbau- oder Innenarchitekten, die die zahlreichen Schnittstellen termingerecht koordinieren müssen.

Voll im Trend: Um- und Ausbau
Ein klein wenig einfacher sieht die Sache bei Innenbaumaßnahmen in Bestandsgebäuden aus, vor allem bei Einfamilienhäusern. Dabei liegt der Dachausbau bei deutschen Häusle-Besitzern seit vielen Jahren im Trend. Hier lässt sich sehr gut neuer Lebensraum schaffen, etwa für den erwarteten Nachwuchs oder die Eltern, die man selbst im Alter versorgen möchte. Die Gelegenheit wird in der Regel gleich genutzt, um das Dach ordentlich zu dämmen. Damit entspricht man nicht nur modernen Vorgaben zur Energieeinsparung und dem Klimaschutz, man entlastet durch eingesparte Heizkosten auch die eigene Haushaltskasse. Und dass ein wohl temperiertes Raumklima der Gesundheit zuträglicher ist als kalte Zugluft kommt noch on top.

Eine Sache für Experten
Waren aber noch vor Jahren alle Do-It-Yourself-Magazine regelmäßig ausgefüllt mit entsprechenden Anleitungen zum Dämmen zwischen und auf den Sparren, ist man mittlerweile hier zurückhaltender geworden. Egal, ob mit der altbekannten Glaswolle oder innovativ und nachhaltig mit Hanfmatten – kleinste Fehler, die der Laie kaum vermeiden kann, führten zu Schimmelbildung und weiteren schweren Schäden am Dachstuhl und Mauerwerk. Dass das Raumklima dann auch nicht mehr so gesund war, versteht sich von selbst. Dann musste doch der gelernte Handwerker vom Fach ran und das durch die „Eigenleistung“ zunächst eingesparte und einiges mehr ging letztendlich dahin, um den Schaden zu beheben, zu sanieren und das Ganze richtig umzusetzen.

Fazit: Die Dachdämmung sollte man tunlichst dem Fachmann überlassen, damit es nicht teurer wird.

Wie so vieles! Alles was benötigt wird, um aus dem Dachboden behaglichen Wohnraum zu schaffen oder aus dem alten Bad eine Wohlfühloase, erfordert Fachkunde. Dabei ist nicht nur an Wasser- und Strominstallationen mit ihrem Gefahrenpotential zu denken. Auch der Einbau von Dach- und Dachflächenfenstern, mit denen der einst dunkle Dachboden mit Sonnenlicht durchflutet werden soll, bieten ihre Herausforderungen und haben energetischen Anforderungen zu genügen.

Handwerk und Bürokratie
In Deutschland ist so ziemlich alles per Gesetz geregelt. Das hat sicher seine Berechtigung und schafft Sicherheit in vielen Bereichen. Es schafft aber auch durch den dadurch verursachten bürokratischen Aufwand einige Mühe. Für viele Um- und Ausbaumaßnahmen sind Genehmigungs- und Meldepflichten zu beachten. Und dazu gibt es noch eine weitere Erschwernis: Die gesetzlichen Vorschriften und Verordnungen gelten nicht bundesweit. Jedes Bundesland kocht hier sein eigenes Süppchen. Wer plant, sollte sich also ausreichend informieren.

In der Regel ist der Dachausbau zum Schaffen von Wohnraum genehmigungspflichtig. Dies gilt insbesondere, wenn Gauben oder Dachterrassen eingebaut werden sollen. Eine Änderung der Dachneigung und damit der Baustruktur erfordert immer eine behördliche Genehmigung. Wer einen Fachbetrieb mit all diesen Baumaßnahmen beauftragt, ist auch bei der rechtlichen Frage auf der sicheren Seite; eine entsprechende Kenntnis der regionalen Gesetze und Verordnungen darf der Bauherr hier voraussetzen. Ebenso kann nur der Experte die Bausubstanz dahingehend prüfen, ob sie die gewünschten Baumaßnahmen zulässt.

Abschließend sei noch erwähnt, dass bei der Dämmung und dem Einbau von Fenstern und Türen nicht nur die Energieeinsparverordnung greift, sondern auch unter anderem die Brandschutzverordnungen.

Fazit: ohne Experten geht es nicht. Ihre Beratung und Planung schon vor der eigentlichen Umsetzung nicht beanspruchen heißt, unangenehme Konsequenzen zu akzeptieren. Und die kommen immer teuer zu stehen.

  Quelle: www.submission.de


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