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Putzmeister strebt Umsatz von zwei Milliarden Euro an

18.04.2012

Nach Übernahme sollen in Aichtal auch Betonmischer und Kräne gebaut werden

-- Von Marco Piljic --

Aichtal (dapd-bwb). Der Betonpumpenhersteller Putzmeister strebt nach der Übernahme durch den chinesischen Konzern Sany ein deutliches Wachstum an. Bis zum Jahr 2016 solle der Umsatz auf zwei Milliarden Euro steigen, sagte Sany-Chef Wengen Liang am Dienstag bei seinem ersten Besuch bei Putzmeister in Aichtal bei Stuttgart. Im vergangenen Jahr hatte Putzmeister 575 Millionen Euro umgesetzt. Zudem will das Unternehmen weitere Mitarbeiter einstellen.

Wengen sagte weiter, Putzmeister solle zu einem "der besten Baumaschinenhersteller" werden. Dafür setzten sich die neuen Eigentümer ehrgeizige Ziele: Schon in diesem Jahr wird eine Umsatzsteigerung von 125 Millionen auf 700 Millionen angestrebt. Das vorläufig festgesetzte Geschäftsziel sei, dass der Umsatz 2016 schließlich zwei Milliarden Euro betrage.

Seinen bisher höchsten Umsatz hatte Putzmeister mit rund einer Milliarde Euro im Jahr 2007 erzielt. Auch der gesamte Sany-Konzern will gewaltig wachsen: 2017 soll ein Umsatz von 36,5 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Dieses Jahr sollen es 12,2 Milliarden Euro sein.

Zwtl.: Wirtschaftskrise ließ Umsatz um rund die Hälfte schrumpfen

Sany mit seinen etwa 70.000 Mitarbeitern ist eigenen Angaben zufolge der größte Baumaschinenhersteller in China. Der Konzern hatte den deutschen Pumpenhersteller zu Jahresbeginn für rund eine halbe Milliarde Euro inklusive Schulden gekauft. Der Geschäftsführer von Putzmeister, Norbert Scheuch, begründete den Verkauf des Pumpenherstellers am Dienstag mit einem starken Umsatzrückgang während der Wirtschaftskrise.

Bis 2008 habe Putzmeister auf eine "nahezu makellose Erfolgsgeschichte" zurückgeblickt, erklärte Scheuch. 2009 sei aber der "tiefe Absturz" gekommen, das Unternehmen habe nur noch einen Umsatz von 440 Millionen Euro erwirtschaftet. Zeitgleich sank die Zahl der Mitarbeiter weltweit um 1.300 auf 2.700.

Der Unternehmenschef verwies darauf, dass Putzmeister seit 2010 zwar wieder profitabel sei. Aber wir können "das Niveau der Vorjahre aufgrund der jetzt vorherrschenden Rahmenbedingungen nicht mehr erreichen", sagte Scheuch. Im Rekordjahr 2007 seien in Aichtal pro Monat 120 Autobetonpumpen gebaut worden. Heute seien es nur noch 45.

Wie Scheuch weiter sagte, hat sich zudem der Baumaschinenmarkt "dramatisch verändert". Je nach Maschinentyp trügen chinesische Unternehmen zwischen 50 und 75 Prozent zum Weltmarkt bei. Im Betonpumpensegment liege deren Anteil bei 75 Prozent. "So war eigentlich klar, dass wir alleine ohne starken industriellen Partner langfristig nicht überlebensfähig sind", sagte der Geschäftsführer. Er betonte aber, dass die Transaktion "kein Notverkauf" gewesen sei.

Die Zahl der Beschäftigten bei Putzmeister wird Wengen zufolge in "großem Maße" zunehmen. Wie viel neue Mitarbeiter in Deutschland und in anderen Ländern eingestellt werden sollen, sagten Wengen und Scheuch allerdings nicht.

In Aichtal sollen den Angaben zufolge künftig nicht mehr nur Pumpen, sondern auch Betonmischer, Mischanlagen und Kräne gefertigt werden. "Die Erreichung der Umsatzziele geht nur mit der Ausweitung des Produktprogramms", erklärte Scheuch.

Zwtl.: Kostendruck macht Putzmeister zu schaffen

Zugleich warnte er aber vor "überzogenen Erwartungen". Die Voraussetzungen seien zwar positiv, aber der Kostendruck sei unverändert doch. Das werde das Unternehmen weiter zum Ausweichen in "Niedriglohnstandorte" in China, Indien, Brasilien und der Türkei zwingen.

Beide Seiten verwiesen darauf, dass der Verkauf auf Grundlage eines "großen Vertrauens" und einer engen Freundschaft zustande gekommen sei. "Dabei hat Geld überhaupt gar keine Rolle gespielt", sagte der Gründer von Putzmeister, Karl Schlecht.

Für die insgesamt 1.100 Mitarbeiter an den beiden Standorten in Aichtal und im hessischen Gründau hat die Übernahme keine Folgen: Die Geschäftsführung von Putzmeister und die IG Metall hatten eine Standortsicherung bis 2020 vereinbart. Damit sind betriebsbedingte Kündigungen im Zusammenhang mit der Übernahme ausgeschlossen.

Weiter wurde vereinbart, dass Putzmeister ein selbstständiges Unternehmen bleibt und innerhalb des Sany-Konzerns für das gesamte Betonpumpengeschäft außerhalb Chinas zuständig ist.

 

 

  Quelle: dapd


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