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Sattes Grün fürs niederländische Königshaus

19.12.2012

Landwirt aus Wenzendorf liefert Weihnachtsbäume in die ganze Welt

Von Manuela Ellmers

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Wenzendorf (dapd-nrd). Tannen aus Wenzendorf sind international begehrt. Händler vor allem aus Frankreich und den Niederlanden schicken in der Vorweihnachtszeit Lkw in die niedersächsische Gemeinde im Landkreis Harburg zum Hof von Bernd Oelkers, um hochwertige deutsche Tannen zu erwerben. Die Bäume schmückten dann die Champs-Élysées in Paris oder das niederländische Königshaus, sagt Oelkers. "Wir bauen schon seit 50 Jahren Weihnachtsbäume an", berichtet der 50-jährige Landwirt und Vorsitzende des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger. Er führt den Hof inzwischen in der dritten Generation. Auf dem Verladeplatz gleich hinter dem Hofladen herrscht an diesem Tag rege Betriebsamkeit. Hier werden die letzten geschlagenen Bäume, die noch rechtzeitig vor dem Fest in den Handel gehen sollen, palettiert und mit Hilfe von Gabelstaplern auf Lastwagen geladen. "Je nach Größe und Qualität sind auf einer Palette zwischen 60 und 120 Stück", sagt Oelkers. Immer wieder wirft er einen Blick in seinen blauen Aktenordner, den er unter dem Arm trägt, um seinen Mitarbeitern dann Anweisungen zu geben. "Die meisten Käufer wollen Nordmanntannen", berichtet der Experte, der auch Nobilis- und Koreatannen sowie Blau-, Rot- und Omorikafichten anbaut. Wichtig sei vor allem die Qualität. "Die lässt sich an der satten grünen Nadel, der schönen Form und dem dichtem Wuchs erkennen", weiß Oelkers. Es dauere mindestens sechs Jahre, bis aus dem Saatgut eine etwa ein Meter hohe Pflanze gewachsen sei, die als sogenannter Ballen-Baum verwendet werden könne. Bis zur von vielen Familien bevorzugten Größe von etwa 1,75 Meter vergingen zwischen acht und zehn Jahren. In dieser Zeit benötigten die Bäume sehr viel Pflege. "Wir sind ständig in den Kulturen, um beispielsweise niedergedrückte Äste wieder hochzubinden, den Formschnitt vorzunehmen oder auch um Unkraut zu beseitigen", berichtet der Weihnachtsbaumzüchter.

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Fotos: Focke Strangmann / dapd

400 Hektar Anbaufläche

Was vor fünf Jahrzehnten in bescheidenem Umfang begann, hat sich nach seinen Angaben inzwischen zu einem der führenden Betriebe in Deutschland entwickelt: Auf einer Anbaufläche von 400 Hektar stehen rund drei Millionen Bäume. Ursula und Günter Helmcke sind eigens die 48 Kilometer aus Hamburg angereist, um sich ihren Baum auf einem der ausgewiesenen Felder selbst zu schlagen. "Wir möchten eine Nordmanntanne", sagt der Rentner und nimmt eine Säge aus dem Kofferraum seines Autos. Die Nordmanntanne sei zwar teurer, räumt Weihnachtsbaumverkäufer Dirk Meyer ein. Aber sie sei aufgrund ihres satteren Grüns und der weicheren Nadeln ein "echter Familienbaum." Vom Duft sei allerdings die Blaufichte intensiver, sagt Meyer. Die Tanne, unter die Elke und Frank Eddelbüttel ihre Geschenke legen wollen, soll "schmal und nicht zu buschig" sein, damit sie gut geschmückt werden könne. Während das Paar seine Wahl schnell trifft, will Ilse Matthies noch weitergucken. "Bei diesem ist die Spitze nicht schön", sagt sie, bevor sie in den Reihen weiterer Bäume verschwindet. Oelkers hat in den vergangenen Jahren einen eindeutigen Trend zum Zweitbaum für den Balkon oder den Garten festgestellt, der häufig schon vor dem ersten Advent gekauft werde. Immer beliebter würden zudem Bäume aus der Region, wohl aus ökologischen Gründen und weil sie meist besonders lange frisch seien. Die Anzahl künstlicher Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern sei mit sechs Prozent dagegen verschwindend gering, sagt der Verbandsvorsitzende.

  Quelle: dapd


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