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Senkrechte Wiesen

11.05.2021

Umweltbehörde fördert Fassadengrün – Pilotprojekt auf dem DESY-Forschungscampus startet mit 4.600 m²

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Die Fassaden der Stadt sollen grüner werden. Als eines der größten Projekte hierzu werden die Wände und das Dach des Wissenschaftsgebäudes auf dem DESY-Forschungsgelände aufwendig begrünt. Das sind 4.600 m², fast ein halber Hektar Wiese am Gebäude. Die Umweltbehörde fördert das Projekt mit 410.000 Euro. Es wird beispielhaft dafür sein, was in Hamburg an Alternativen möglich ist und unternommen wird, um die Stadt trotz Bevölkerungswachstum und notwendigem Wohnungsbau grün zu halten oder sogar noch grüner zu machen. Und das mit einem raffinierten Bewässerungssystem.

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Halle 36 im März 2021.

Entwurf BUKEA L+ Landschaftsarchitekten, Visualisierung luminousfields

Umweltsenator Jens Kerstan: „Die Bekämpfung des Klimawandels und die Klimafolgenanpassung sind elementarer Bestandteil unserer Politik und zentrale Anliegen der Umweltbehörde. Die Fassadenbegrünung in Verbindung mit einem konsequenten Regenwassermanagement liefert hierzu einen wichtigen Beitrag. Die Fassadenbegrünung verbessert das örtliche Mikroklima und Arbeitsumfeld in den Bestandsgebäuden und der nahen Umgebung durch die Kühlungseffekte und erzielt Einspareffekte an nötiger Kälteleistung für die Klimatisierung der großen Versuchshallen. Und es sieht ansprechend aus.“

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Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Das Pilotprojekt steht stellvertretend für den bedeutenden Beitrag, den Wissenschaft und Forschung bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten – gerade auch bei uns in Hamburg. Das DESY treibt Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit über vielfältige Forschungs- und Modernisierungsprojekte voran. Die Begrünung der Außenfassade des Forschungscampus ist hier ein weiterer Baustein, der zudem wertvolle Impulse dafür liefern kann, wie wir in Hamburg moderne und gleichzeitig umweltschonende Stadtentwicklung gestalten können. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Erkenntnisse des Projekts!“

Als Pilotprojekt befindet sich das Begrünungskonzept auf dem DESY-Forschungscampus im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld kurz vor der Fertigstellung. Die Forschungseinrichtung wächst, so ist in den nächsten Jahren eine Nachverdichtung des mehr als 50 Hektar großen Geländes geplant. Angestrebt wird eine effiziente Regenwasserbewirtschaftung zur Abkopplung vom städtischen Abwasserkanalnetz im Sinne von RISA (RegenInfraStrukturAnpassung). Erste Anlagen zur Regenwasserrückhaltung und -versickerung wurden umgesetzt. Bei weiteren Maßnahmen sind Dach- und Fassadenbegrünungen vorgesehen. Das Niederschlagswasser wird durch Gründächer weitgehend zurückgehalten, verdunstet und erst nach Sättigung der Vegetationsschicht abgeleitet. Abfließendes Oberflächenwasser wird in Teiche eingeleitet und damit das Grünwassernetz gespeist. Das Grünwassernetz dient der bedarfsgerechten Fassadenbewässerung.

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So soll die Halle 36 in einigen Jahren aussehen.

Entwurf BUKEA L+ Landschaftsarchitekten, Visualisierung luminousfields

Für die Forscher von DESY passt das Projekt in vielerlei Hinsicht in die Zentrumsstrategie. „DESY als ein Forschungszentrum mit Weltgeltung muss neben der Sicherung einer internationaler Spitzen-forschung auch dafür sorgen, seinen Forschungscampus ständig zu einem effizienten Ökosystem weiterzuentwickeln, in dem attraktive Arbeitsumgebungen, schneller Transfer von Forschungsergebnissen in Gesellschaft und Wirtschaft und insbesondere verstärkt nachhaltige Konzepte realisiert werden“, sagt Prof. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums. „Nachhaltigkeit spiegelt sich heute bei DESY unter dem Motto „Green DESY“ in vielen Facetten wider, von der Erforschung neuartiger Materialien für die Kreislaufwirtschaft, der Nutzung regenerativer Energien für den Betrieb seiner Forschungsinfrastrukturen oder umweltfreundliche Baumaßnahmen, wie der Begrünung von Gebäuden, die wir nun mit einer unserer Experimentierhallen begonnen haben.“

Die Umweltbehörde fördert auch private Eigentümerinnen und Eigentümer, die eine begrünte Pergola, vertikale Gärten oder Fassadengrün anlegen. Bis zu 40 Prozent der Kosten, maximal 100.000 Euro, können Antragstellerinnen und Antragsteller erhalten. www.hamburg.de/gruendach

  Quelle: www.hamburg.de/bukea


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