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Siemens kämpft mit den Windparks

18.04.2012

Anbindung ans Stromnetz bereitet offenbar Verluste - Aktie auf Achterbahnfahrt

-- Von Sebastian Heise --

Hamburg/München (dapd). Dem Siemens-Konzern macht die Anbindung der Windparks auf offener See ans Stromnetz zu schaffen. Das Prestigeprojekt kostet das Unternehmen mehr Geld als bisher geplant, wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Kreise im Umfeld des Konzerns berichtet. Siemens werde im zweiten Geschäftsquartal erneut eine Rückstellung in einer Größenordnung von rund 200 Millionen Euro bilden und bei der Vorlage der Quartalszahlen in der kommenden Woche die eigene Prognose von sechs Milliarden Euro Nettogewinn für das Jahr kippen.

Das Unternehmen lehnte am Dienstag einen Kommentar ab. Bereits im ersten Geschäftsquartal hatte Siemens 203 Millionen Euro wegen der Probleme beim Anschluss von Offshore-Windparks in seiner Bilanz zurückgestellt.

Der Bau von zwei der vier in der Nordsee geplanten Umspannplattformen verzögert sich zum Teil erheblich, wie Siemens bereits vorher eingestanden hatte. Dadurch entständen Zusatzkosten von rund 400 Millionen Euro, berichtet die "Financial Times Deutschland" weiter. Dazu kämen noch Vertragsstrafen von 130 Millionen Euro.

Wechsel im Management

Der bisherige Chef der Stromübertragungssparte Udo Niehage verliere seine Position, hieß es in Branchenkreisen. Er übernehme eine andere Aufgabe innerhalb des Konzerns. Wilfried Breuer, der ebenfalls in führender Position für die Offshore-Windparks zuständig war, war bereits vor Wochen zum Netzbetreiber Tennet gewechselt.

Bereits an Ostern hatte Finanzvorstand Joe Kaeser in einem Zeitungsinterview weitere Belastungen im Bereich der Stromübertragung angekündigt. Das Thema werde Siemens in der Gewinn- und Verlustrechnung weiter begleiten, hatte er gesagt. Bei der Gewinnprognose für das laufende Jahr verwies er auf die Analystenschätzungen, die sich zwischen 5,2 und 5,4 Milliarden Euro bewegten.

Die Siemens-Aktie büßte vorbörslich ein, fing sich im Handelsverlauf zunächst wieder, bevor sie erneut verlor. Am späten Vormittag lag sie 0,6 Prozent im Minus bei 71,15 Euro. Markus Friebel, Analyst von Independent Research, sagte, der Markt habe sich bereits nach dem Interview von Kaeser auf schlechtere Zahlen eingestellt. Insgesamt sei die Aktie ein solider Wert mit moderatem Aufwärtspotenzial. Allerdings sollte die Gewinnprognose von Siemens nicht am unteren Ende der Bandbreite liegen.

dapd / T2012041700377 / jsh / pon /3

  Quelle: dapd


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