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Sinnvolle Lösungen im Mauerwerksbau

10.03.2014

Poroton Mauerwerkskongress war ein voller Erfolg

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Foto: Schlagmann Poroton

„Wie bauen wir Gebäude richtig?“ Diese Frage stellte Johannes Edmüller, geschäftsführender Gesellschafter der Schlagmann Poroton, gleich zu Beginn des 2. Poroton Mauerwerkskongresses am 25. Februar in München. Er traf damit vor dem Hintergrund von Energiewende, zahllosen Diskussionen um Bauweisen und Wärmedämmung sowie kurz vor Inkrafttreten der EnEV 2014 bei ziemlich allen Teilnehmern genau ins Schwarze. Antworten konnten diese in den Ausführungen der acht renommierten Referenten, in denen es hauptsächlich um sinnvolle Lösungen im Mauerwerksbau ging, finden. Rund 600 Architekten, Statiker, Ingenieure, Bauunternehmer, Bauträger, Baustoffhändler, Energieberater und Behördenvertreter aus ganz Süddeutschland nahmen an der eintägigen Veranstaltung teil, auf deren Agenda ein abwechslungsreiches Programm stand. Zusätzlich zeigten in einer begleitenden Ausstellung viele namhafte Unternehmen der Bauindustrie ihre Produkte. In den Live-Vorführungen der Schlagmann-Anwendungstechniker konnte das Gehörte sofort in der Praxis gesehen und diskutiert werden.

„Das Gebäude muss funktionieren und die Bauteile müssen miteinander korrespondieren,“ stellte Edmüller zum Abschluss seiner Einführung noch einmal klar. „Unser Wandbaustoff ist folglich mittlerweile ein High-Tech-Ziegel geworden, ein Hochleistungsbaustoff mit integrierter Dämmung und einer ausgefeilten Ziegelgeometrie. Denn noch mehr als auf das Äußere kommt es auf die „inneren Werte“ an, denn hinter Putz und Fassade eines Gebäudes zeigt sich die wahre Intelligenz eines Hauses. Hier beginnt die Bauphysik, mit der wir uns in den Vorträgen von heute beschäftigen.“

Häuser wie Bäume, Städte wie Wälder
In seinem Impulsvortrag „cradle to cradle“ rief Professor Dr. Michael Braungart, Professor an der Erasmus-Universität Rotterdam und Leuphana Universität Lüneburg, sowie Geschäftsführer der Internationalen Umweltforschung (EPEA), Hamburg, zu einem Umdenken auf. Er halte nichts davon, Gebäude nur effizienter zu bauen, vielmehr müsse man sie effektiver im Sinne neuer Ansätze und Materialien gestalten. Gebäude sollen nicht krank machen, sondern gesund sein und vor allem seine Bewohner in den Fokus stellen. Häuser, die sparen, das sei seiner Meinung nach nur der Anfang. Qualitative Gebäude, die das Leben von Mensch und Umwelt positiv beeinflussen, sind das Ziel seiner Vorstellung von "Häuser wie Bäume und Städte wie Wälder". In den perlitgedämmten Poroton-Ziegeln sehe er u.a. dafür einen idealen Baustoff.

Mauerwerksbau: einfach, sicher UND innovativ
In das Spannungsfeld zwischen Innovation und Normung bei Planung und Ausführung von monolithischem Mauerwerk führte Professor Dr.-Ing. Werner Seim von der TU Kassel. An Beispielen erläuterte er die Differenz zwischen Herausforderungen und Lösungen in u.a. den Bereichen Energieeffizienz, Kosten, Qualität, Konstruktion und Planung sowie Ressourceneffizienz. Dabei attestierte er dem Mauerwerksbau durch eine hervorragende Vorarbeit im Bereich Baustoffe und Anwendungslösungen eine aussichtsreiche Zukunft.

Brandschutz ist überlebenswichtig
Der Brandschutzsachverständige Dipl.-Ing. Josef Mayr, Hauptautor des Brandschutzatlasses, referierte im Anschluss über das lebenswichtige Thema „Brandschutz im Wohnungsbau“. Hier ging es überwiegend um die Detailausführung von Brandschutzkonzepten, -verordnungen und deren Nachweispflicht.

Energie intelligent haushalten
In das Wirrwarr um Lösungsansätze zu Energieverbrauch und -versorgung von modernen Gebäuden versuchte Professor Dipl.-Ing. Timo Leukefeld, Firma Leukefeld – Energie verbindet, Licht ins Dunkle zu bringen. In seinem Vortrag hinterfragte er, welchen Stellenwert ein intelligenter Umgang mit Energie einnimmt bzw. in Zukunft einnehmen wird. Anhand seiner energieautarken Einfamilienhäuser in Freiberg/Sachsen und dem Effizienzhaus Plus Schlagmann/BayWa zeigte er u.a. auf, welchen Anteil dabei Sonnenenergie sinnvoll und intelligent leisten kann. Sein Credo: Enttechnisieren wo möglich, Gebäudekonzepte einfach halten! Zeitgleich betrachtete Stefan Gurgel, Abteilungsleiter TÜV Süd Schallschutz, in Forum 2 den Schallschutz im Einfamilien-, Doppel- und Reihenhaus anhand von Entwürfen aus der Normenreihe DIN 4109 von November 2013. Er ging dabei detailliert auf die Anforderungen an den baulichen Schallschutz sowie dessen fachgerechte Planung und Ausführung ein.

Haftungsfallen und die Sanierungsfrage
Dem Thema Baurecht widmete sich Professor Dr. Axel Wirth von der TU Darmstadt. Er wies auf Haftungsfallen für alle Baubeteiligten hin und gab Hinweise, wie diese erfolgreich gemeistert werden können. Beispiele aus der Praxis untermauerten seine Ausführungen anschaulich. Parallel dazu lieferte Dipl.-Ing. Jürgen Gänßmantel, Ingenieurbüro Gänßmantel, Denkanstöße zu einem momentan heftig diskutierten Thema: „Sanieren wir unsere Gebäude kaputt?“. Er appellierte in seinem Vortrag, vor allem auf die Verhältnismäßigkeit einer Sanierung zu achten sowie die Anforderungen auf Seiten des Gebäudes und der Nutzer abzuwägen. Handeln mit der Devise „Erst denken, dann sanieren“ würde seiner Meinung nach in vielen Fällen ein besseres Sanierungsergebnis erzielen und die eingangs gestellte Frage hinfällig machen.

„Bauen ist schön, macht aber viel Arbeit“
Frei nach Valentins „Kunst ist schön,...“ stellte der Münchener Architekt und Autor Dipl.-Ing. Albert Ringlstetter die Kriterien einer vernünftigen Bauweise auf den Prüfstand. Knallhart rechnete er Energieausweise gemäß dem „Gebot der Wirtschaftlichkeit“ vor und deckte auf, welche Bauweisen, Bauteile und Konzepte tatsächlich sinnvoll sind bzw. sich im Verhältnis zur Höhe der Energieeinsparung amortisieren. Laut Ringlstetter gehört ein gesunder Menschenverstand ebenso zu einer vernünftigen Bauweise wie Sachverstand und Erfahrung.

Anerkannt durch BayIKa und dena
Die fachliche Qualität der Vorträge veranlasste die Bayerische Ingenieurkammer-Bau, den Poroton Mauerwerkskongress als eine Fortbildungsveranstaltung mit 6,0 Zeiteinheiten anzuerkennen. Die Deutsche Energie Agentur (dena) rechnet den Poroton-Mauerwerkskongress mit 8 Unterrichtseinheiten, davon 5 nach Anlage 4 des Regelheftes, für die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes an. Noch nicht erteilte Nachweise für Teilnehmer sind bei Schlagmann Poroton erhältlich.

Als Co-Veranstalter engagierte sich auch dieses Jahr wieder Nemetschek Allplan, führender Anbieter von CAD-Software für das Planen, Bauen und Nutzen von Gebäuden.

Weitere Informationen finden sich unter www.schlagmann.de

  Quelle: Schlagmann Poroton


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