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Trendwende im Russland-Geschäft

16.04.2018

Maschinenexporte steigen 2017 um 22,5 Prozent – Sanktionen belasten die Unternehmen weiterhin – China erobert Marktanteile

Nach vier rückläufigen Jahren hat 2017 eine Trendwende im Russland-Geschäft der Maschinenbauer aus Deutschland gebracht. Im vergangenen Jahr wurden Maschinen und Anlagen im Wert von 5,3 Mrd. Euro nach Russland verkauft – 22,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Wachstum erfolgte auf breiter Front, Sanktionen und fehlende Strukturreformen dämpfen jedoch die Erwartungen. Immer noch verhindern die Sanktionen der EU und der USA eine Normalisierung der Geschäftsbeziehungen. „Besonders jetzt, wo sich die russische Wirtschaft dank des Ölpreises langsam erholt, werden europäische Hersteller durch die Sanktionen ins Hintertreffen geraten“, warnt Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA Außenwirtschaft.

„Wir befürchten vermehrte Schwierigkeiten in der Finanzierung und Absicherung von Russlandgeschäften, ausgelöst durch das US-Sanktionspaket von 2017. Die Anzeichen dafür mehren sich“, sagt Ackermann. „Wir befürchten vermehrte Schwierigkeiten in der Finanzierung und Absicherung von Russlandgeschäften, ausgelöst durch das US-Sanktionspaket von 2017.“ Russland liegt aktuell auf Platz 9 der wichtigsten Absatzmärkte des deutschen Maschinenbaus. Die Schwerpunkte der deutschen Maschinenexporte waren 2017 unter anderem die Landtechnik, Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen, Bau- und Baustoffmaschinen sowie Fördertechnik. Alle Top-10-Fachzweige verzeichneten Wachstum, zum Teil im hohen zweistelligen Bereich. Aber auch viele weniger stark in Russland vertretene Branchen konnten ihre Exporte deutlich steigern. Diese positive Entwicklung lag in erster Linie an der Stabilisierung des Ölpreises. Zwar liegt der Preis pro Barrel noch immer deutlich unter dem Niveau aus Vorkrisenzeiten, aber der Preis ist relativ stabil. Das wirkt sich auch auf den Rubel aus.

China holt auf
Auch der Aufbau einheimischer Industriekapazitäten beflügelt die Exporte nach Russland. Denn das Land setzt für seine Modernisierung auf Maschinen und Anlagen „made in Germany“. Doch nicht nur die deutschen Hersteller profitieren, sondern alle wichtigen Maschinenlieferanten Russlands. Zum Beispiel China: Schon 2016 verkauften chinesische Lieferanten Maschinen und Anlagen im Wert von insgesamt 4,9 Mrd. Euro nach Russland, ein Plus von 73 Prozent. Damit überholte China erstmalig Deutschland als wichtigsten Maschinenlieferanten Russlands. 2017 hat sich dieses Bild leicht geändert. Laut chinesischer Exportstatistik lieferte China Maschinen für rund 5,1 Mrd. Euro nach Russland, etwas weniger als Deutschland. Dennoch haben die deutschen Hersteller ihren einstigen Vorsprung bei den Marktanteilen am russischen Maschinenmarkt eingebüßt.

Vorsichtiger Blick voraus
Insgesamt wuchs die russische Wirtschaft 2017 weniger stark als erwartet, nach vorläufigen Angaben um 1,5 Prozent. Die Prognosen für die kommenden zwei Jahre sind verhalten. Mehr als 2 Prozent Plus scheinen in den kommenden beiden Jahren nicht erreichbar. Fehlende Strukturreformen und der wachsende staatliche Anteil an der Wirtschaft bremsen die Dynamik. Ohne tiefergreifende Reformen wird sich wenig ändern – darin sind sich nahezu alle Experten einig. Diesen Prognosen folgend, werden die deutschen Maschinenexporte nach Russland wahrscheinlich in einem gemäßigten Tempo weiterwachsen, bis zu den Höchstwerten aus dem Jahr 2012 ist es noch ein weiter Weg.

  Quelle: www.vdma.org


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