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Umweltfreundlich sanieren mit Lehm, Rohrkolben & Co.

13.10.2015

Inspiration Natur:

DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“: „Ressourcen schonen, Müllberge vermeiden“

Wiederverwerten statt wegwerfen – dieses Prinzip machen sich auch Bauherren immer stärker zu nutze. „Abfälle zu vermeiden, ist ganz einfach. Da kann jeder mitmachen, frei nach dem Motto: umdenken, vermeiden, reduzieren, wiederverwenden, reparieren und recyclen“, erklärt Markus Große Ophoff, Leiter des Zentrums für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die für den Hausbau eingesetzten Materialien könnten beim Bauen und Sanieren in neuen Produkten verwendet werden. Ziel sei die Entlastung der Umwelt durch weniger Bauschutt und weniger Einsatz neuer Materialien bei der Herstellung. Dafür kommen auch nachwachsende Rohstoffe immer häufiger zum Einsatz. Häuser, für deren Bau Lehm und Rohrkolben verwendet werden? Das ist laut Große Ophoff auch in Deutschland längst keine Utopie mehr.

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Prof. Dr. Markus Große Ophoff empfiehlt die Verwendung natürlicher Baumaterialien.

Große Ophoff: „Die DBU hat schon Projekte in diesem Bereich gefördert, zum Beispiel zum Herstellen einer Bauplatte aus Pflanzenfasern und Lehm.“ Natürliche Baumaterialien zu verwenden, lohne sich nicht nur wegen des Wohlfühlklimas in den eigenen vier Wänden. Auch der ökologische Fußabdruck des Häuslebauers werde dadurch kleiner. Die Lehmbauplatte etwa bestehe nur aus Baulehm oder Ton, Schilfrohr und Jute sowie pflanzlichen und mineralischen Zusätzen. Ein Vorteil für Mensch und Umwelt: Lehm ist mit geringem Energieaufwand gewinnbar und leicht zu verbauen.

„Ein bisschen gehen wir damit auch zurück zu unseren Wurzeln“, so Große Ophoff: „Schon vor tausenden von Jahren haben Menschen mit Materialien aus der Natur gebaut.“ Wände aus Lehm etwa – neben Holz das älteste Baumaterial – kämen derzeit wieder in Mode. Zwar fristeten solche Produkte noch ein Nischendasein, doch aus dieser könnten sie durch bewusste Verbraucherentscheidungen herausgeholt werden. Ein weiterer natürlicher Baustoff, dessen Entwicklung die DBU gefördert hat, hält Häuser warm: Rohrkolben. Die auch als Lampenputzer bekannten Sumpfpflanzen werden in den Wintermonaten geerntet und zu Dämmplatten verarbeitet, die sich durch eine hohe natürliche Schimmelresistenz auszeichnen. In einem Modellprojekt wurden die Platten an einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus erprobt.

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In einem DBU-geförderten Projekt wurde aus Rohrkolben ein Dämmmaterial für Fachwerkhäuser entwickelt. Die auch als Lampenputzer bekannten Sumpfpflanzen zeichnen sich durch eine hohe, natürliche Schimmelresistenz aus.

Fotos: © Deutsche Bundesstiftung Umwelt

„Vieles, über das geschrieben wird, ist noch Zukunftsmusik, aber auch in Deutschland gibt es schon zahlreiche Möglichkeiten, sein eigenes Zuhause so nachhaltig wie möglich zu gestalten“, erklärt Große Ophoff. Dabei helfen Nachhaltigkeitssiegel wie der „Blaue Engel“. Oder man nutzt direkt Materialien aus anderen Häusern, die rückgebaut wurden: regionale Bauteilbörsen vermitteln und verkaufen gut erhaltene Bauteile zur Wiederverwendung. Eine Übersicht regionaler Baubörsen finden Häuslebauer auf www.bauteilnetz.de.

Hauseigentümer, die ihr Haus sanieren möchten, gibt Große Ophoff den Tipp, ihr Haus energieeffizienter zu machen – um Geld zu sparen und das Klima zu schützen. „Je nach Art und Baujahr des Hauses bieten eine nachträgliche Dämmung und weitere Maßnahmen wie der Einbau einer Lüftungsanlage enorme Einsparpotenziale“, so Große Ophoff. Und: „Wer sein Haus energetisch saniert, schützt das Klima.“ Ob das eigene Haus zu viel Energie verbraucht, zeigt der kostenlose Energie-Check der DBU. Mehr als 12.000 Partner der DBU – Handwerker, Energieberater, Architekten und Bau-Ingenieure – bieten deutschlandweit solch einen Check an. Interessenten finden einen Energie-Checker in ihrer Nähe auf www.sanieren-profitieren.de.

  Quelle: www.dbu.de


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